Nach bisherigen Leitlinien sollte bei jeder Vorsorgeuntersuchung eine Beurteilung des Muttermundes erfolgen – das bedeutet bei bis zu 14 oder auch mehr Arzt-/ Hebammenkontakten ebenso viele vaginale Tastbefunde! Dadurch erhöht sich allerdings auch das Risiko einer vaginalen Infektion.

Deshalb ist es nach heutiger Datenlage und den Leitlinien absolut konform nicht unbedingt erforderlich, bei jeder Vorstellung der Schwangeren einen solchen vaginalen Tastbefund zu erheben. Natürlich sollte bzw. muss bei Angabe von Beschwerden (Schmerzen, Wehentätigkeit, Blutungen, unklarer Flüssigkeitsabgang, V.a. Infektion) eine entsprechende Abklärung mittels Tastbefund mit pH-Wert-Bestimmung und ggf. ein vaginaler Ultraschall zur Messung der Zervixlänge erfolgen. Zudem sollte ein Tokogramm bzw. ein CTG geschrieben werden.