Schwangere sollen sich so gut es geht reichlich bewegen! Der Schongang ist dann einzulegen, wenn sich Probleme ergeben oder Bewegung aus medizinischen Gründen (z. B. Frühgeburtsrisiko) nicht förderlich wäre. Durch die Schwangerschaft besteht eine erhöhte Neigung zu Thrombosen, was durch reichlich Bewegung in gewisser Weise ausgeglichen werden kann.

Durchblutung und Sauerstoffsättigung des Gewebes, Lymphabfluss und Nährstoffzufuhr sowie Stoffwechselfunktionen werden gefördert, was sich insgesamt positiv auf die Schwangerschaft (Mutter und Kind) auswirkt. Durch Bewegung wird auch der Zuckerstoffwechsel/Insulinhaushalt und damit die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Diabetes im Zusammenhang mit der Schwangerschaft verringert. Auch die Entwicklung des kindlichen Gewichts wird durch Bewegung positiv beeinflusst (Normalgewicht!); vgl. auch Sport unter A-Z.

Sportliches Engagement ist, wie unter dem Stichwort Bewegung unter A-Z erläutert, durchaus zu begrüßen und umfänglich möglich. Die bisher bekannten und ausgeübten sportlichen Aktivitäten können und sollen so weit machbar weitergeführt werden. Erfahrungsgemäß nimmt die sportliche Betätigung ohnehin mehr und mehr ab, weil durch zunehmendes Gewicht, Wachstum des Kindes und der Vermehrung des Bauchumfangs, der relativen Abnahme der Sauerstoffträger (Anämie) und der Abnahme des Lungenvolumens eine physiologische Bewegungseinschränkung vorliegt.

Viele Frauen quittieren z. B. ihre Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, was eigentlich nicht notwendig ist. Im Gegenteil ist die regelmäßige sportliche Betätigung für die Schwangerschaft eigentlich nur förderlich. Sicher wäre es nicht günstig, in der Schwangerschaft mit einer neuen, ungewohnten und evtl. trainingsintensiven bzw. anstrengenden Sportart zu beginnen (Marathon, Triathlon, Kraftsport oder ähnliches). Bitte nur Sport betreiben, den man kennt und gewohnt ist! Intensives Training der Bauchmuskulatur oder Belastung des Beckenbodens sollten selbstverständlich nur eingeschränkt erfolgen! Und selbstverständlich gilt stets der Grundsatz: nichts im Übermaß!

Auch Schwimmen oder Saunieren ist erlaubt. In diesem Zusammenhang existiert oft eine medizinisch nicht nachvollziehbare Angst vor vaginalen Infektionen. Die Scheide ist ein geschlossenes System, in das Wasser und damit ggf. Bakterien nicht so ohne weiteres eindringen können! Das Risiko ist dahingehend wirklich gering. Das gilt auch für den Besuch einer Sauna. Das Infektionsrisiko ist hier noch geringer. Hier gilt wegen der Kreislaufbelastung der Grundsatz, die Saunagänge etwas kürzer zu halten, reichlich zu trinken und vielleicht möglichst nicht alleine zu saunieren, damit im Fall der Fälle zeitnah Hilfe geleistet werden kann.