Bauchform oder die Größe des Bauches einer Schwangeren werden häufig von teilweise unbeteiligten, zumindest fachlich nicht qualifizierten Personen beurteilt. Nicht selten ergeben sich hierzu zweifelhafte Kommentare, die der Schwangeren mehr schaden als nutzen, nicht selten tragen sie zu allgemeiner Verunsicherung bei.

So wird der Bauch als klein und damit das Kind als ebenfalls klein eingeschätzt, was der Schwangeren signalisiert: Mit meinem Kind stimmt irgendetwas nicht!

Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht richtig - wer kann einen Bauch hinsichtlich Größe, Form oder Umfang und damit das Kind richtig beurteilen? Dies gelingt selbst erfahrenen Hebammen oder Ärzten nicht immer. Zudem: wer kennt den Bauch einer Schwangeren denn wirklich? Am ehesten die Schwangere und der Partner sonst wird es schon schwierig.

Die Einschätzung ist erfahrungsgemäß leider oft nicht richtig, durch eine unrichtige Aussage wird die Schwangere beunruhigt, was grundsätzlich nicht sinnvoll oder fair ist. Zudem wird der betreuende Arzt, der eventuell bereits mehrfach eine Ultraschalleinschätzung und damit eine Wachstumskontrolle vorgenommen hat, in Frage gestellt. Außerdem gibt es nun einmal „kleine" und „große" Kinder, wobei die Begrifflichkeit auch nicht sehr exakt ist: Was bedeutet klein oder groß? Ist das Kind lang oder ist groß im Sinne von schwer gemeint? Wie hoch ist eigentlich das Gewicht eines ungeborenen Kindes nach 22, 24 oder 30, 32, 35 usw. SSW? Wer weiß das genau? Die Angaben hierzu variieren beträchtlich!!

Wer ist schließlich qualifiziert bzw. erfahren genug, die Entwicklung des Bauches einer Schwangeren nach Schwangerschaftswoche, Einling oder Zwilling, Lage des Kindes, Fruchtwassermenge und Plazenta zu beurteilen?
Eine weitestgehend genaue Antwort erhalten wir nur durch die Ultraschalldiagnostik. Dabei muss man immer vorsichtig mit den sog. Schätzgewichten umgehen! Die Ultraschallgeräte führen heute aufgrund von teilweise nicht exakt erfolgten Messungen am Kind Berechnungen aus, die lediglich Mittelwerten mit mitunter erheblichen Abweichungen entsprechen! Wichtiger sind in diesem Zusammenhang eigentlich Wachstumsverlauf bzw. die kindlichen Proportionen, nicht die Größe oder das Gewicht in absoluten Zahlen. Auch kleine oder zarte, schlanke Kinder wachsen nach bestimmten Kriterien und Mustern. Zudem bedeutet klein nicht automatisch zu klein, gleiches gilt für große Kinder!

Wie die Bauchform oder Bauchgröße nicht gut mit dem kindlichen Wachstum korreliert, gibt es auch keinen Zusammenhang mit diesen Parametern und dem kindlichen Geschlecht (was auch oft zu hören ist).