vgl. Missed abortion oder auch verhaltene Fehlgeburt; meist in der Frühschwangerschaft zwischen 7 und 13 SSW auftretendes Ereignis mit Verlust der Schwangerschaft; der Begriff „verhalten" bezieht sich auf die fehlenden Symptome (keine Blutung, keine Schmerzen), die Diagnose ergibt sich meist zufällig bei der Vorsorgeuntersuchung im Ultraschall. Nach bisher unauffälligem Verlauf muss leider festgestellt werden, dass die Herzaktionen des Embryos nicht mehr nachzuweisen sind. Die Ursachen sind in aller Regel auf genetische Faktoren (meist Zufall) zurückzuführen, manchmal spielen Infektionen eine Rolle, selten auch die Einnahme von Medikamenten, Tabak- oder Alkoholkonsum u.a.

Die Therapie besteht in der Abortinduktion, d.h. eine medikamentöse Reifung (sog. Zervixsoftening, Priming) des Gebärmutterhalses (Zervix) mit anschließender Ausschabung (Curettage). Eine weitere Schwangerschaft ist durchaus wieder möglich, eine erhöhte Abortrate besteht zunächst nicht, es sei denn, es liegen besondere Risiken (z.B. Gerinnungsstörungen) vor; hierzu ist eine spezielle genetische Beratung mit Untersuchung von entsprechenden Blutparametern anzuraten (habitueller, chronisch rezidivierter Abort). Sonst sollten 2-3 stabile Zyklen abgewartet werden und erneut versucht werden, schwanger zu werden, sofern dies gewünscht ist.
Unbedingt auf den Rhesusfaktor achten; Rhesus-negative Frauen benötigen eine zeitnahe Gabe von Immunglobulinen zur sog. Rhesusprophylaxe zur Vermeidung einer Rhesusunverträglichkeit (Rhesusinkompatibilität) in einer weiteren Schwangerschaft.