bei der Verwirklichung des Kinderwunsches bzw. auf Dauer unerfülltem Kinderwunsch entstehen nicht selten schwierige interaktive Situationen und Konstellationen bei dem betroffenen Paar sowie den begleitenden Ärzten.

Gelegentlich kommt regelrecht Stress auf, der einer „entspannten“ Erfüllung des Kinderwunsches massiv entgegenwirkt. Der Begriff Entspannung muss im Zusammenhang reproduktiver Maßnahmen ohnehin relativiert werden, denn mit Entspannung haben die erforderlichen medizinischen Prozeduren in der Regel nicht viel zu tun.

Das gilt in gleicher Weise für beide Geschlechter, Frauen sind allerdings hinsichtlich der Offenlegung und damit Verletzbarkeit ihrer Persönlichkeit, Intimität und Sexualität massiver involviert.

Im Zentrum stehen nicht selten Gefühle von Ohnmacht, Verunsicherung, Selbstzweifel und Angst. In jedem Zyklus und damit praktisch in monatlichem Rhythmus, in dem es nicht zum Eintritt einer Schwangerschaft kommt, durchlebt das Paar eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Hoffen, Bangen, Frust und Enttäuschung. Die Beziehung im Speziellen, das Leben im Allgemeinen werden im Laufe der Zeit möglicherweise grundsätzlich in Frage gestellt. Schuldgefühle sich und anderen gegenüber, Wut, Ärger oder Aggressionstendenzen/ Autoaggression bis hin zu Suizidgedanken können die Situation eskalieren lassen. Die Paar-Kommunikation, familiäre und partnerschaftliche Interaktionen oder gar die gemeinsame Lebensplanung können zum Erliegen kommen. Nach aktuellen Statistiken sind die Scheidungsraten bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch deutlich erhöht!

Es ist deshalb enorm wichtig, Paare mit Kinderwunsch von Anfang an professionell psychologisch zu begleiten. Auch der Hinweis auf Alternativen (Eizellspende/ Samenspende/ Adoption) sowie die nicht ganz seltene Möglichkeit des Scheiterns jeglicher Reproduktionstechnik sollte angesprochen werden. Paarberatung, Paartherapie und Gruppentherapie sowie sonstige Hilfestellungen sollten angeboten aber auch wahrgenommen werden! Die Beratung ist leider nicht einheitlich und eindeutig gesetzlich geregelt. Es kann sein, dass die Beratung vom Ratsuchenden selbst bezahlt werden muss (IGeL), von Privaten Krankenkassen kann eine Kostenübernahme in Teilen ggf. auch umfänglich geleistet werden. Dies sollte mit der jeweiligen Krankasse im Vorfeld geklärt werden.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang besonders auf unsere Linkliste!