aktuell hoch brisantes Thema durch Medienberichte über Kopf-Fehlbildungen (kleines Gehirn-, Schädelvolumen/ Microzephalie/ geistige Behinderungen) bei Neugeborenen von Schwangeren, die sich mit diesem Virus während der Schwangerschaft angesteckt haben.

Die bisherigen Berichte beziehen sich schwerpunktmäßig auf Brasilien. Übertragen wird das Virus über Moskitos (Aedes aegypti), eine Mückenart, die auch für die Übertragung des sog. Dengue-Fiebers verantwortlich ist. Seit knapp einem Jahr kommt es im Norden Brasilien zu einer explosionsartigen Verbreitung der Erkrankung.

Bekannt ist das Zika-Virus (Waldgebiet in Uganda) bereits seit fast 70 Jahren. In Afrika gab es bisher immer wieder einzelne (sporadische) Fälle ohne Hinweis auf intrauterine Fehlbildungen. Inzwischen gibt es punktuell in 21 amerikanischen Staaten Infektionen mit dem Zika-Virus, besonders stark betroffen sind Brasilien und Kolumbien. Nur in Kanada und Chile gibt es kaum Fälle, da die Mücke in diesen Ländern klimatisch bedingt nicht vorkommt. Bisher sind knapp 4.000 Fälle von Schädelfehlbildungen Neugeborener erfasst worden. Ein sicherer Zusammenhang mit der Infektion wird vermutet, ist allerdings bis dato nicht wissenschaftlich bestätigt!

Die Übertragung des Zika-Virus erfolgt neben der Infektion durch Mückenstiche nach neueren Erkenntnissen auch über Geschlechtsverkehr (transsexuell) oder von der Mutter auf das Kind unter der Geburt (vertikale Transmission, ähnlich wie bei der HIV-Infektion). Bisher sind mehr als 1,6 Mio. Infektionen in Brasilien bekannt geworden, über 800 Menschen sind infolge der Infektion verstorben. In groß angelegten vom brasilianischen Militär unterstützten Aktionen wird versucht, die Mücken landesweit mit entsprechenden Maßnahmen auszuräuchern. Schwangeren werden kostenlos Mückennetze zur Verfügung gestellt.

Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen sind sehr unspezifisch und erinnern an einen grippalen Infekt, treten aber nicht immer auf.

Empfohlene Schutzmaßnahmen sind Moskitonetze, entsprechende Kleidung (lange Hosen/ lange Hemden) und Mücken-abweisende Cremes oder Sprays (Anti-Repellentien) in den Endemiegebieten. Eine medikamentöse Prophylaxe existiert nicht. Schwangeren wird von einer Reise nach Mittel- und Südamerika entsprechend abgeraten! Bisher sind in Deutschland bei 5 Reisenden aus Mittel- und Südamerika Zika-Virus-Infektionen aufgetreten. Sollten die genannten Symptome bis 3 Wochen nach Reisen auf den amerikanischen Kontinent auftreten, kann ein entsprechender Bluttest Klarheit bringen.

Verwandte der Mücke Aedes agypti sind auch in Süddeutschland verbreitet, weshalb damit gerechnet werden muss, dass es auch in Deutschland im Sommer zu Infektionen kommen könnte.