Im Nabelschnurblut als auch in Nabelschnurgewebe befinden sich Millionen entwicklungsfähiger Stammzellen. Das Nabelschnurgewebe bietet insbesondere reichlich sog. mesenchymaler Zellen, aus denen sich neue Bindegewebszellen, Knochen-oder Knorpelzellen differenzieren lassen. Neben der klassischen Asservierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut wird aktuell auch die Gewinnung von Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe angeboten.

Die Gewinnung und Aufbewahrung (Asservierung) von Stammzellen ist in Deutschland seit gut 18 Jahren etabliert. Bis heute wurden weit über 130.000 solcher Einlagerungen vorgenommen. Neben der häufigen Transplantation von Stammzellen zur Behandlung von Blutkrebserkrankungen (Leukämien) gilt die aktuelle Forschung der Therapie Neurologischer Erkrankungen wie Multiple Sklerose, degenerative Augenerkrankungen und den Folgen des Sauerstoffmangels im Bereich von Gehirn und Rückenmark wie z. B. nach Schlaganfall, Infektionen oder Verletzungen.

Vor wenigen Monaten wurde in Europa das erste Medikament, das auf Stammzellen basiert hergestellt wurde, für die Therapie von Hornhautschäden am Auge zugelassen. Damit ist ein weiterer Meilenstein in der Stammzelltherapie erreicht worden.