Säurerückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre mit typisch unangenehmen Brennen und Aufstoßen. Die Folge ist ggf. eine chronische Entzündung der Schleimhaut der Speiseröhre (sog. Reflux-Ösophagitis). Als Differentialdiagnose kommen ein Ulkus des Magens oder des Zwölffingerdarms, eine Gastritis oder eine Hernie im Bereich des Zwerchfelldurchtritts der Speiseröhre (Hiastushernie) in Betracht.

Das Symptom Sodbrennen ist eine der häufigsten, auf Dauer extrem unangenehmen Erscheinungen während der Schwangerschaft. Die Therapie ist z. T. sehr schwierig!

Zunächst sollte die Schwangere viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Nach dem Essen wird Bewegung empfohlen (nicht Sitzen!). Kohlensäurehaltige Getränke sind tabu! Auch Schokolade, der Genuss von Kaffee oder Schwarzem Tee, frittierten, fetten oder sauren Speisen oder Fruchtsäften kann zu Sodbrennen/ saurem Aufstoßen führen. Die Liste der dafür verantwortlichen Getränke und Speisen kann individuell lang sein.

!! Es sollte überflüssig sein, in diesem Zusammenhang auf die säuernde Wirkung von Alkohol und Zigaretten hinzuweisen!!

Zum Schlafen wird empfohlen den Oberkörper erhöht zu lagern.

Therapeutisch medikamentös hat sich Bullrich-Salz bewährt, das in kleinen Mengen zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollte. Daneben können sog. Antazida (Sucralfat, Magaldrat, Hydrotalcit) bis 4x tgl. 1 Btl. eingenommen werden. Viele Antazida sind inzwischen auch als Lutsch- oder Kautabletten erhältlich. Sie sind Therapeutika der 1. Wahl und rezeptfrei erhältlich.

Sehr gut wirksam ist das Misoprostol (Prostaglandin E1), das allerdings in höherer Dosierung zu Wehen/ Kontraktionen führen kann.

Schlagen Antazida nicht an, können säurehemmende Medikamente wie Ranitidin/ Omeprazol 1x tgl. unbedenklich eingenommen werden. Die genannten Medikamente sind in der Apotheke jeweils rezeptfrei erhältlich.

Weitere Therapiemöglichkeiten sind: Orthomolekulare Therapie (z.B. Gelum-Tropfen), Phytotherapie (z.B. Fertig-Teemischungen), Homöopathie (z.B. Mercurius solubilis D12), Schüßler-Salze (Natrium phosphoricum Nr. 9), Anthroposophische Medikamente (Halit D6) oder auch Akupunktur, Neuraltherapie, Manuelle Therapie.

Stellt sich innerhalb weniger Tage (2-3 Tage) kein Therapieerfolg bzw. keine Linderung der Symptomatik ein, sollte ggf. eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms durch einen Gastroenterologen erfolgen (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie).