seltene, lebensbedrohliche Situation (ca. 1:10.000 Geburten), bei der die Gebärmutter praktisch in sich umgestülpt wird. Eine Inversio uteri ereignet sich häufiger nach Geburten großer Kinder, bei Mehrlingsentbindungen oder langen Geburtsverläufen mit entsprechend verminderter Kontraktionspotenz der Gebärmutter.

Meist kommt es zu diesem Notfall, wenn am nicht tonisierten, wehenlosen Uterus versucht wird, die Plazenta durch Zug an der Nabelschnur zu bergen. Die manipulative Entfernung der Plazenta sollte deshalb stets vermieden werden! Die Gebärmutter stülpt sich an der plazentaren Haftstelle der Nabelschnur ein. Das untere Uterinsegment am Übergang zur Zervix uteri fungiert als Schnürring und hält den invertierten, in sich gestülpten Uterus in dieser Position fest. Folge sind massive Schmerzen, Blutungen und folglich rasche Schocksymptomatik mit Verbrauchskoagulopathie (DIC-Syndrom). Letztlich kann die Patientin an der Gerinnungsproblematik versterben, sofern die Situation nicht sofort erkannt und professionell gemanagt wird.

Wichtig ist die sofortige Reposition der Gebärmutter. Die Patientin wird dabei am besten in Narkose versetzt, die Gebärmuttermuskultur durch wehenhemmende Medikamente (Tokolytika) entspannt. Die Plazenta kann vor dem Manöver entfernt werden, muss aber nicht (kostet eventuell Zeit und führt zu weiteren Blutungen). Wichtig ist die manuelle Reposition der Gebärmutter durch die Engstelle an der Zervix in die physiologische Position und deren sofortige medikamentöse Tonisierung (Beendigung der Tokolyse, Wehenmittel oder besser Prostaglandin-Infusion). Auch die zusätzliche Kompression der Gebärmutter von außen oder eine Tamponade ist zur Blutstillung hilfreich. Unbedingt sofort Anästhesie hinzuziehen und mehrere Konserven zur Bluttransfusion/ Gabe von Gerinnungsfaktoren veranlassen.

In seltenen Fällen wird über einen Bauchschnitt versucht, die Gebärmutter zu vaginal/ abdomainal zu repositionieren (Huntington- bzw. Haultain-Manöver) oder notfalls auch zu entfernen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die meist desolate Gerinnungssituation der Patientin.

Die Inversio uteri ist ein absoluter geburtshilflicher Notfall!!