Eisen ist der zentrale Baustein des Hämoglobins also des roten Blutfarbstoffs. Ein Eisenmangel führt über kurz oder lang zu einer Blutarmut (Anämie). Exakter wäre es zu sagen: Eisenmangel bedingt eine Eisenmangelanämie, nachdem es zahlreiche Ursachen für eine Anämie gibt. Die häufigste allerdings ist die durch Eisenmangel bedinge Anämie. Dies gilt auch für die Situation in der Schwangerschaft.

Unterschreitet der Hämoglobinwert 12,0 g/ dl spricht man von einer Anämie. Eine Bestimmung des Eisenwertes ist in diesem Zusammenhang nicht notwendig. Wesentlicher wären die Serumwerte für die Transport- bzw. Speicherwerte des Eisens nämlich das Transferrin und das Ferritin. Weitere Anämie-Ursachen sollten ausgeschlossen werden (z.B. Vitamin-B-12-Mangel, Folsäure-Mangel, Thalassämie bei Schwangeren aus dem Mittelmeerraum usw.).

Die Eisensubstitution ist nicht einfach. Medikamentös empfiehlt sich die Gabe von Eisenkapseln oder Tabletten, die über den Dünndarm aufgenommen werden. Eisen sollte unabhängig von den Mahlzeiten am besten mit etwas Orangensaft (keine Milchprodukte!) eingenommen werden (ca. 20-30 Minuten vor dem Essen!). Eisenhaltige Brausetabletten gelten als wenig schmackhaft und effektiv.

Sehr effektiv aber nicht billig sind neuere Präparate, die intravenös verabreicht werden und damit die Magen-Darm-Passage überbrücken. Dadurch wird eine bessere Aufnahme/ Resorption gewährleistet. Klassisch ist die Gabe von Eisenpräparaten in die Vene als Kurzinfusion. Eine Verdünnung über eine Trägerlösung mit Kochsalz oder eine Ringerlösung ist wegen der Reizung der möglichen Venen durchaus sinnvoll.

Verschiedene gebrauchsfertige eisenhaltige Säfte oder Trinklösungen stehen alternativ zur Verfügung. Über Obst oder Gemüse kann Eisen nicht in nennenswerter Form aufgenommen werden. Ob Rote Beete oder rote Fruchtsäfte eine Eisenmangelsituation effektiv ausgleichen können, ist unsicher. Spinat enthält trotz verbreiteter, gegenteiliger Meinung kein Eisen!

Die orale Einnahme von Eisen ist wegen der Magen-Darm-Passage leider nicht einfach. Gelegentlich ergeben sich Übelkeit, Unwohlsein oder Durchfall. Oft wird über sehr festen Stuhl oder Verstopfung (Obstipation) geklagt.

Grundsätzlich sollte auch eine milde Anämie/ milder Eisenmangel in der Schwangerschaft ausgeglichen werden (1x tgl. Eisenzufuhr ist meist ausreichend). Bei ausgeprägter Anämie (Hämoglobin < 9 g/ dl) mit klinischen Erscheinungen und eventueller fetaler Beeinträchtigung sollte auch an eine Bluttransfusion (z.B. 2 Erythrozytenkonzentrate) gedacht werden. Der Zielwert des Hämoglobins sollte vor der Geburt deutlich über 10 g/ dl besser bei 11 g/ dl liegen, denn auch bei einer Spontangeburt kann der Blutverlust den Hämoglobinspiegel um 1-2 g/dl senken!