vgl. Parvo-B-19-Virus; Erreger der Ringelröteln, sog. fifth disease. Gehört zu den Erythroviren, die in erster Linie aber nicht ausschließlich die roten Blutzellen angreifen bzw. zerstören und eine Blutarmut (Anämie) verursachen. Auch weiße Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten) können massiv abfallen. Klinisch ergeben sich selten Krankheitszeichen wie Hautrötung, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, Leberentzündung, Milzschwellung, Durchfall und allgemeine Symptome eines grippalen Infektes.

Die Erkrankung ist für nahezu alle Altersgruppen - am häufigsten sind Kleinkinder und Jugendliche betroffen - völlig harmlos. Die Infektion, gegen die es primär keine Impfung gibt, hinterlässt eine lebenslange Immunität (IgG gegen Parvo-B-19 positiv).

Eine Neuinfektion in der Schwangerschaft bedeutet in aller Regel eine echte Aufregung. Bestand Kontakt mit einem Kind, das an Ringelröteln erkrankt ist, muss zunächst die Immunitätslage geklärt werden. Besteht Immunität ist eine erneute Infektion praktisch unwahrscheinlich.

Ergibt sich allerdings keine Immunität, muss fortgesetzt auf eine akute Infektion überprüft werden (IgM-Titer). Zudem sollte der Fetus wöchentlich über einen Zeitraum von 10 Wochen sonographisch/ dopplersonographisch auf Infektionszeichen/ Anämiezeichen untersucht werden. Kann eine Ringelröteln-Infektion nachgewiesen werden, beträgt die Übertragungswahrscheinlichkeit auf das Kind etwa 40 %! Lässt sich eine Anämie beim Fetus nachweisen, besteht die einzige Therapie in einer fetalen Bluttransfusion über eine Cordozentese. Manchmal müssen mehrere Transfusionen erfolgen. Ohne Therapie verstirbt der Fetus intrauterin mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Folgen der Anämie.

Das Ausmaß und die Verlaufskontrolle der fetalen Blutarmut kann neben der direkten Messung aus einer Probe mit Fetalblut bei der Cordozentese auch unblutig über die Doppler-Flussmessung der Arteria cerebri media (A. cer. med.) sehr gut abgeschätzt werden.