die Schwangere mit Rhesus negativer Blutgruppeneigenschaft hat durch eine Immunisierung (Schwangerschaft mit Rhesus-positivem Kind/ Bluttransfusion) und fehlende Prophylaxe Antikörper gebildet. Diese Antikörper entsprechen meist der Immunglobulin-Klasse G, bilden ein nahezu lebenslanges immunologisches Gedächtnis und sind gut plazentagängig.

Im Falle einer nachfolgenden Schwangerschaft mit einem Kind, das Rhesus-positive Blutgruppeneigenschaften aufweist, kommt es unweigerlich zu einer immunologischen Zerstörung der kindlichen Blutzellen (Hämolyse). Die daraus resultierende massive Blutarmut (Anämie) führt meist zum intrauterinen Versterben des Kindes (Hydrops fetalis, Herzinsuffizienz). Tritt das Immungeschehen erst ab etwa 20 SSW auf, kann die fetale Anämie durch serielle Austauschtransfusionen (fetale Bluttransfusion) mittels Punktion der Nabelschnur (Cordozentese) gut ausgeglichen werden. Die Überlebenschancen der Kinder sind durchaus als gut bis sehr gut zu bezeichnen.
Das Risiko der Frühgeburt nimmt deutlich zu, eine operative Entbindung (Sectio) ist nahezu obligat.