vgl. Feto-fetales Transfusionssyndrom (FFTS); bezeichnet den möglichen Blutaustausch zwischen monochoriaten Zwillingen, der auf arteriellen und/ oder venösen Kurzschlussverbindungen (sog. Anastomosen oder engl. shunts) kommunizierender plazentarer Gefäße beruht und deshalb nur bei solchen Zwillingen auftreten kann; betrifft etwa 15-20% aller monochorialen Zwillingsschwangerschaften).
Dieser Austausch führt im Extremfall dazu, dass ein Zwilling alles Blut, der andere kaum oder gar kein Blut mehr bekommt. Beide Zwillinge sind gesundheitlich massiv gefährdet, weil bei einem Kind eine mehr oder minder ausgeprägte Blutarmut (Donor, Anämie), beim anderen eine Kreislaufüberlastung (Akzeptor, Herzinsuffizienz) entsteht.

Beide Feten sind dadurch vital bedroht, die Mortalität ist hoch und liegt bei 50-80%. Die Erkrankung verläuft in sonographisch/ doppler-sonographisch definierten Stadien (Quintero I-V), die entsprechend der Höhe Ausprägung und Prognose dokumentieren (je höher desto ungünstiger). Stadium V beschreibt den verstorbenen Zwilling.

Eine das Überleben garantierende Therapie existiert bis heute nicht; bisherige Therapieansätze wie die Reduzierung der z. T. erheblichen Vermehrung der Fruchtwassermenge (Polyhydramnion) beim Akzeptor (sog. serielle, weil häufiger hintereinander durchgeführte, Fruchtwasserentlastung (Amniondrainage/ Amnionreduktion) brachten keinen für die Kreislaufsituation der Kinder entlastenden Erfolg.
Die heutige Therapie der Wahl mit der größten Aussicht auf Erfolg, also dem möglichst komplikationsfreien Überleben beider Kinder besteht in der Durchtrennung solcher Kurzschlussverbindungen (Anastomosen) mit dem Laser (sog. Laserablation). Hierzu werden ultradünne, kleinlumige Kamerasonden mittels Spiegelung der Fruchthöhle an die Gefäßverbindungen herangebracht und diese durch Laserlicht koaguliert. Therapieziel ist die komplette Trennung der Blutkreisläufe der Zwillinge; das bedeutet die Zwillinge können sich kreislauftechnisch nicht mehr gegenseitig negativ beeinflussen; sollte ein Kind aus welchem Grund auch immer intrauterin versterben, kann das andere Kind, weil nun unabhängig, überleben. Vorher würden in diesem Fall beide Kinder kreislaufbedingt voneinander abhängig versterben. Die Erfolgsraten liegen für beide Kinder bei gut 60-70%, für 1 Kind bei über 80 bis 90%. Selten ist auch eine nochmalige Lasertherapie erforderlich.

Die Therapie wird in ausgewählten spezialisierten Zentren durchgeführt (z.B. Halle/ Saale, Hamburg, Bonn und andere internationale Referenzzentren)!!

Eine solche Zwillingskonstellation gilt deshalb als hoch riskant und bedarf eines intensiven Managements während Schwangerschaft und Geburt durch ein entsprechend qualifiziertes geburtsmedizinisches Team.