Schwangere mit negativem Rhesusfaktor können durch das Austragen/ die Geburt eines Kindes mit positivem Rhesusfaktor Antikörper bilden. Diese Situation wird als Rhesuskonstellation bezeichnet. Um diese Immunisierung und damit schwerwiegende Komplikationen in einer weiteren Schwangerschaft zu verhindern (Hydrops fetalis, massive fetale Anämie, Abort, intrauteriner Fruchttod) erfolgt zeitnah nach Entbindung (innerhalb 48-72 Std. postpartal) eine sog. Rhesusprophylaxe mit definierter Menge an Immunglobulin (intramuskulär/ intravenös).

Nach der Geburt des Kindes einer Rhesus-negativen Schwangeren wird routinemäßig die kindliche Blutgruppe aus Nabelschnurblut bestimmt. Ist das Kind gleichfalls Rhesus-negativ entsteht keine Rhesuskonstellation, die Rhesusprophylaxe ist nicht erforderlich.

Theoretisch kann bei zwei Rhesus-negativen Partnern die Prophylaxe „blind" entfallen, da in dieser Konstellation nur ein Rhesus-negatives Kind entstehen kann. Empfohlen wird die Bestimmung der kindlichen Blutgruppe trotzdem. Der Optimist mit Erfahrung und der Lateiner weiß: „mater semper certa".