Füttern des Säuglings mit Muttermilch. Auch als Laktieren, Laktation oder Brustfüttern (engl. breastfeeding) bezeichnet. Stillen wird heute durchaus empfohlen, sofern nichts dagegen spricht. Stillen ist relativ einfach, Muttermilch immer körperwarm und praktisch immer frisch verfügbar. Zudem ist der Gehalt an Mineralien, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen und Immunglobulinen reichlich.

Die Bindung (Bonding) zwischen Mutter und Kind wird durch das Stillen nachweislich gestärkt. Allergien sind bei Kindern, die gestillt wurden deutlich seltener. Der Milchfluss wird durch Anlegen des Kindes bereits unmittelbar nach der Geburt (postpartal) angeregt.

Manche Mutter kann oder möchte ihr Kind nicht stillen. Dem Wunsch sollte nachgegeben werden. Eine nicht stillende Mutter sollte nicht stigmatisiert werden, Milchersatzpräparate gibt es in Deutschland in hoher Qualität, dem Säugling wird es so oder so an nichts fehlen.

Die Milchbildung erfolgt physiologisch unter dem Einfluss von Hormonen der Plazenta (humanes Plazentalactogen (HPL), Steroidhormone), Prolaktin, Relaxin, Thyroxin und Insulin erfolgt in der weiblichen Brustdrüse die Vorbereitung der Milchbildung (Lactogenese) und der Milchsekretion (Galaktogenese), die durch das Anlegen des Säuglings initiiert, dann reflexartig aufrechterhalten wird.
Hierdurch wird Oxytocin ausgeschüttet, das die Milchentleerung aus der Brustwarze fördert. Im Prinzip beginnt die Milchbildung bereits nach etwa 16 SSW, weshalb bei einem Spätabort nach 16 SSW eine Hemmung der Milchbildung (Lakatationshemmung/ Laktationsinhibition) erfolgen sollte z.B. aktuell mit Cabergolin (Dopaminagonist), heute seltener mit dem Klassiker Bromocriptin (wegen der Anwendungsdauer und der Nebenwirkung auf den Kreislauf!)