Maßnahme zur definitiven Verhütung bei Frau und Mann. Bei abgeschlossener Familienplanung kann eine Sterilisation nach entsprechender Aufklärung und Zustimmung jederzeit durchgeführt werden. Grundsätzlich wäre eine Sterilisationsmaßnahme wieder operativ korrigierbar oder durch Reproduktive Methoden („künstliche Befruchtung") auszugleichen. Gerade deshalb sollte im Vorfeld eine intensive Aufklärung angeboten werden. Am besten sollte mit beiden Partnern gesprochen werden um Überraschungen zu vermeiden.

Normalerweise erfolgt die Sterilisation bei der Frau anhand einer Bauchspiegelung in Vollnarkose. Die Sterilisation selbst bezieht sich auf die Durchtrennung bzw. Unterbindung der Eileiter (Tubensterilisation), die entweder mittels scharfer Durchtrennung (Schere), Clipping oder Verkochen des Tubengewebes (Thermokoagulation) erzielt wird. Immer wieder werden Ängste geäußert, dass eine Sterilisation ggf. die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen würde, was definitiv nicht der Fall ist. In seltenen Fällen (Raritäten!) können bei nicht sachgerechter Durchführung Schwangerschaften bzw. Eileiterschwangerschaften nach Sterilisationen auftreten. Auch bei dieser Methode besteht ein Pearl-Index (Versagerquote), der vergleichbar gering aber nicht Null ist.

Voraussetzungen sind neben dem Wunsch der Frau nach definitiver Verhütung bei abgeschlossenem Familienbild ein bestimmtes Alter (> 30 a), die Operationsfähigkeit der Patientin oder medizinische Diagnosen, die eine andere Form der Verhütung nicht zulassen. Grundsätzlich sollte die Sterilisation nach abgeschlossenem Wochenbett also 4-6 Wochen nach Entbindung erfolgen (Blutungsneigung, Thromboserisiko, Nicht-Erfolg der Methode werden bei Sectio/ im Wochenbett höher beziffert).

Der Eingriff kann natürlich auch im Zusammenhang mit einem Kaiserschnitt erfolgen. Es wird empfohlen aufgrund des Sterilisationswunsches nicht extra einen Kaiserschnitt zu planen. Im Falle einer Sectio kann natürlich zusätzlich eine Sterilisation durchgeführt werden. Diese Option sollte bei der Vorstellung zur Geburt in der Entbindungsklinik besprochen und entsprechend geplant werden. Die Krankenkassen bezahlen den Eingriff der Sterilisation (Tubenligatur/ Tubendurchtrennung) normalerweise nicht. Es bietet sich an, die Kostenfrage ganz allgemein und die Kosten im Speziellen im Vorfeld zu klären.

Eine Kostenübernahme für eine Sterilisation wird seitens der Krankenkassen (gesetzlich wie privat) nur in seltenen Ausnahmefällen gewährt. In aller Regel stellt die Sterilisation eine Eigenleistung dar (je nach Setting etwa 250 – 500 Euro).

Grundsätzlich ist die Sterilisation beim Mann (Durchtrennung der Samenleiter/ sog. Vasektomie) einfacher und günstiger. Sie erfolgt unter örtlicher Betäubung. In aller Regel führen Urologen den Eingriff durch.