durch aktuelle Veröffentlichungen über Facebook und Apple bekannt gewordener Begriff für die Kryokonservierung (Tieffrieren) von Eizellen ohne eigentliche medizinische Begründung. Ziel ist der Erhalt des biologisch jungen Stadiums der Eizelle zum Zeitpunkt der Entnahme und Konservierung in flüssigem Sticksoff bei knapp minus 200 °C. Dadurch sollen mögliche Risiken des Alters bei erst später verwirklichtem Kinderwunsch minimiert werden.

Das mütterliche Alter bzw. das Alter der Eizelle ist nicht ausschließlich aber maßgeblich verantwortlich für mögliche genetische Erkrankungen (Anomalien) eines Kindes sowie eine erhöhte Fehlgeburtsrate.

Durch Social Freezing ist es möglich, den Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt ohne erhöhtes Risiko der abnehmenden Fruchtbarkeit oder der Abnahme der Eizellqualität zu verwirklichen.

Die Methode ist nicht ganz neu. Sie stand bisher bereits Frauen zur Verfügung, die sich infolge eines Krebsleidens bei noch offenem Familienbild einer Chemo- und oder Strahlentherapie unterziehen mussten. Um die eventuell nachfolgende Unfruchtbarkeit zu umgehen, wurde die Methode der vorherigen Eizellstimulation und Gewinnung mit anschließendem Tieffrieren entwickelt und in zahlreichen Fällen bereits erfolgreich angewandt (seit den 1980er Jahren). Ein entsprechendes Vorgehen ist auch bei Männern möglich (Spermakonservierung). Gründe hierfür wären lange beruflich bedingte Auslandaufenthalte, Exposition gegenüber toxischen/ strahlenintensiven Stoffen, Hodentumoren etc.

Häufige Gründe für das heutige Modell können sein, dass momentan nicht der passende Partner zur Verfügung steht bzw. der Kinderwunsch beruflich, familiär oder Karriere bedingt aktuell nicht in die Lebensplanung eingefügt werden kann.

Die Umsetzung erfolgt nach eingehender Aufklärung in einem Kinderwunschzentrum. Dabei muss im Vorfeld die Methode eingehend erläutert werden: Letztlich entspricht diese einer zeitlich individuell weit gefassten Kinderwunschbehandlung (Intra-Zytoplasmatische Spermieninjektion; ICSI) mit vorangehender Eizellstimulation, Eizellentnahme, Kryokonservierung und entsprechend späterer ICSI und dem Embryotransfer.

Der optimale Zeitraum der Eizellentnahme liegt zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr. Normalerweise werden mindestens 10 besser bis 25 (30) Eizellen entnommen und konserviert. In Deutschland sind derzeit die meisten Frauen, die diese Methode in Anspruch nehmen zwischen 35 und 39 Jahre alt und entsprechen damit nicht der eigentlichen Zielgruppe; dadurch werden die eigentlichen Ziele und Vorteile des Vorgehens nivelliert. Im Jahr 2013 griffen 134 Frauen auf Social Freezing zurück (2012 waren es gerade einmal 22 Frauen).

Die Methode ist wissenschaftlich, medizinisch und sicher auch gesellschaftlich als durchaus interessant zu bewerten, dennoch garantiert sie keineswegs hohe Erfolgsraten und ist nicht ohne Risiken. Eizellen können beim Einfrieren/ Auftauen verloren gehen, die Geburtenrate pro aufgetauter Eizelle liegt gerade einmal bei 8%. Die Risiken der späten Schwangerschaft (z.B. mit ca. 40 +) und einer Mehrlingsschwangerschaft bleiben!

Die Kosten werden aktuell mit ca. 10.000 Euro beziffert. Damit steht diese Methode nicht grundsätzlich allen Frauen/ Paaren zur Verfügung. Kritiker bezeichnen die Methode als medizinischen „Luxusartikel" bzw. einen typischen Vertreter der „Lifestyle-Medizin", der nur einem bestimmten, zahlungskräftigen Klientel vorbehalten sein wird.
Gesellschaftlich bestehen demnach naturgemäß Vorbehalte, so dass je nach politischer Brisanz möglicherweise zukünftig der Gesetzgeber noch nähere Regelungen (Altersgrenzen? Kostenübernahme?) treffen wird. Große Unternehmen in den USA wollen für Mitarbeiterinnen, die sich für diese Methode der Familienplanung entscheiden, die Kosten übernehmen (10.000 – 20.000 Dollar)! Karrieresprung statt Eisprung? Andererseits ein größeres Zeitfenster zur Verwirklichung von Partnersuche und Kinderwunsch?
Kontakt und weitere Informationen: Netzwerk FertiPROTECT www.fertiprotekt.de