Schnittentbindung, auch Sectio, Kaiserschnitt oder abdominelle bzw. operative Entbindung genannt; heute ein zentraler Begriff der Geburtsmedizin.
Die Schnittentbindung zählt inzwischen zum häufigsten Bauchchirurgischen Eingriff weltweit (etwa 35 Millionen Eingriffe pro Jahr!). Durchschnittlich wird jedes 3. Kind per Sectio entbunden.
In manchen Metropolen dieser Welt liegt die Kaiserschnittrate bei fast 90%! Nicht nur deshalb wird die Sectio durchaus emotional diskutiert.

Die Zunahme des Kaiserschnittes ist auf mehrere Phänomene zurückzuführen. Zum einen hat sich in der Geburtsmedizin eine sehr defensive Vorgehensweise als Risikomanagement unter der Geburt etabliert. Der Kaiserschnitt selber gilt durch die Einführung und Etablierung der sog. sanften Sectio (Sectio nach Misgav-Ladach) als relativ einfache, kleine und kurze Operation.

Bei allem Für und Wider ist die Sectio nicht nur historisch gesehen eine wichtige Alternative zur vaginalen Geburt. Es existiert eine nicht unerhebliche Anzahl von Indikationen für einen sog. primären bzw. sekundären Kaiserschnitt, die im Einzelnen nicht genannt werden sollen (die Liste wäre fast unendlich). Nicht selten besteht seitens der Schwangeren und/ oder dem Partner eine große Angst vor der vaginalen Geburt und den damit verbundenen, vermeintlich nicht wägbaren Risiken für Mutter und vor allem das Kind!
Zudem stellt der Kaiserschnitt im Notfall die einzige Alternative zur Rettung des Kindes und/ oder der Mutter dar.
Vor allem eine Indikation ist durch medizinische Argumente schwer zu verhandeln bzw. unnötig zu diskutieren: Der Wunsch der Schwangeren, der heute als absolute Indikation für einen Kaiserschnitt erachtet wird.

Medizinisch und technisch gesehen ist eine Sectio tatsächlich relativ einfach und mit wenig Aufwand durchzuführen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ansonsten gibt es wie bei jeder Operation die üblichen Kurzzeit- und Langzeitrisiken für Mutter und Kind. Die Mortalität, d. h. das Versterben infolge der Operationsmethode ist im Vergleich zur vaginalen Entbindung ähnlich niedrig.

Für Mutter und Kind ergeben sich allerdings leicht erhöhte Morbiditäts-Risiken. Das bedeutet z. B. mütterlicherseits mehr postoperative Schmerzen, Blutverlust (Anämie), Infektionen, Wundheilungsstörungen, Thromboseneigung, verlängerter Klinikaufenthalt und auf längere Sicht gesehen Narbenbildung, Verwachsungen im Bauchraum, Sensibilitätsstörungen im Bereich der Operationsnarbe und geburtsmedizinische Risiken für eine erneute Schwangerschaft.
Die Kinder sind nach der Geburt häufiger in der Kinderklinik zur Überwachung bzw. Therapie von Anpassungsstörungen, das Immunsystem ist nicht selten kompromittiert.