vgl. Vakuumextraktion (VE); gehört zu den vaginal-operativen Entbindungen.
In Notsituationen unter der Geburt bei vollständig eröffnetem Muttermund und dem kindlichen Kopf in Höhe der Beckenausgangsebene besteht die Möglichkeit der raschen Entwicklung des Kindes unter Zuhilfenahme einer Saugglocke. Heute gibt es neben den klassischen Vakuumextraktoren sehr handliche aber durchaus effektive Einmal-Saugglocken aus Kunststoff (als KiWi bezeichnet). Indikationen sind beispielsweise ein pathologisches CTG in der Austreibungsphase oder erschwerte, zögerliche Entwicklung des kindlichen Köpfchens.

Die Saugglocken-Entbindung wird heute aufgrund der einfacheren Methodik und geringeren Tendenz zur Weichgewebsverletzung (Scheide, Bindegewebe um die Scheide, Harnröhre, Beckenboden, Damm) und des deutlich geringeren Raumbedarfs im Vergleich zur Geburtszange sowie im Hinblick auf potentielle kindliche Kopf- bzw. Gesichtsverletzungen häufiger angewandt als eine Geburtszange (Forceps).

Wichtig ist bei einer vaginal operativen Entbindung, dass das kindliche Köpfchen zuggerecht steht, d.h. das Köpfchen sollte in Beckenmitte bzw. Beckenboden tastbar sein. Nachdem der Tastbefund vor allem nach längerem Geburtsverlauf nicht immer eindeutig den wahren Höhenstand des Köpfchens wiedergibt, kann die Ultraschalluntersuchung (sog. translabialer Ultraschall) ein wichtiges Entscheidungskriterium liefern. Allerdings bedarf die Anwendung und Beurteilung des Ultraschalls ausreichender Übung bzw. Erfahrung.

Die Schwangere sollte über das Vorgehen informiert sein! Die mütterliche Harnblase ist vor dem Manöver zu entleeren, die Kinderklinik ist vor Beginn der Entbindung zu verständigen.

Mögliche Folgen für das Neugeborene sind ein deutlich verformtes Hinterhaupt (sog. Konehead) und ggf. Blutungen in die Haut/ Unterhaut des Köpfchens mit der Folge von Kopfschmerzen. Alle Symptome bilden sich in aller Regel sicher und zeitnah zurück.

In der Hand des Experten ist die Methode sicherlich eine geeignete und sichere Maßnahme zur Durchführung einer raschen vaginal-operativen Entbindung.