Milchbildungshormon, Stillhormon. Wird im Hypothalamus gebildet, in der Hypophyse gespeichert und über das Pfortadersystem der Hypophyse in den Blutkreislauf abgegeben.

In der Schwangerschaft beginnt die Milchbildung/ Laktation bereits ab der 16. SSW. Nach Spätaborten jenseits dieser SSW sollte immer auch ein primäres Abstillen erfolgen (primäre Laktationsinhibition).

Prolaktin fördert das Wachstum der Brustdrüsen, regt die Milchbildung an und bedingt deren Sekretion. Prolaktin unterdrückt potentiell den Eisprung und die Menstruation (Laktations-Amenorrhoe, Ausbleiben der Menstruationsblutung während der Stillzeit). Die Stillzeit ist hinsichtlich Verhütung trotz fehlender Regelblutung und fraglichem Ausbleiben des Eisprungs (Ovulation) nicht sicher!! Oxytocin und Prolaktin ergänzen sich in ihrer Wirkung.

Eine dauerhafte Erhöhung des Prolaktinspiegels (Hyperprolaktinämie) kann zum Ausbleiben der Menstruation und/ oder des Eisprungs führen und ist gelegentlich Ursache bei unerfülltem Kinderwunsch. In diesem Zusammenhang sollte immer auch an eine Vergrößerung der Hypophyse gedacht werden, vor allem, wenn Sehstörungen auftreten (Prolaktinom/ MRT-Untersuchung). Die Behandlung ist medikamentös durch sog. Dopaminagonisten möglich. Diese Medikamente werden primär in der Behandlung des M. Parkinson eingesetzt. Nur gelegentlich sind operative Maßnahmen oder eine Bestrahlung notwendig.