eine spezielle Form der sehr frühen Pränataldiagnostik noch vor dem Transfer der Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF/ ICSI).

In Deutschland ist die PID nicht absolut verboten, allerdings auch nur in sehr wenigen speziellen Ausnahmefällen zugelassen. Pro Jahr betrifft es hierzulande weniger als 50 Schwangere! Kritiker würden diese Diagnostik als Embryonenselektion vor der Schwangerschaft bezeichnen.

Die Untersuchung dient praktisch zur Auslese von Embryonen vor der Einpflanzung (Transfer) bei künstlicher Befruchtung. Aufgrund des in Deutschland sehr akribisch und streng geregelten Embryonenschutzgesetzes ist die PID eher umstritten. Im Jahre 1991 wurde die Präimplantationsdiagnostik unter Strafandrohung massiv eingeschränkt!

Allerdings besteht mit der Möglichkeit der künstlichen Befruchtung (seit immerhin 1978!) nunmehr die Option einer genetischen Untersuchung vor Implantation. Die betroffenen Paare – es sind wenige – haben beispielsweise das häufige Problem einer massiven, ggf. tödlichen Erkrankung in der Familie. Die Frage ist berechtigt, ob es nicht zumindest sinnvoll sein kann, die Diagnostik vor der Embryonenübertragung durchzuführen und ggf. Embryonen mit Anomalien zu verwerfen. Den Eltern bliebe zumindest erspart, nach entsprechender Diagnose zu einem späteren Zeitpunkt (11.-14 SSW) die Schwangerschaft abzubrechen. Ethisch besteht offensichtlich die Angst vor einer Selektion und Zweifel, ob diese Methode seitens der Eltern genutzt werden könnte, eine Geschlechtsauswahl vorzunehmen. Bestimmte tödliche Erkrankungen treten leider geschlechtsspezifisch auf; einem betroffenen Paar wäre in einer solchen Situation nicht zu verdenken, ein bestimmtes Geschlecht zu bevorzugen.

Widersprüchlich ist die Tatsache, dass ein genetisch veränderter Embryo geschützt wird, ein späterer Embryo oder ein Fetus nicht mehr umfänglich! In Deutschland wäre also ein Zellhaufen (8-Zell-Stadium) geschützt, ein organisch bereits völlig ausdifferenzierter Fetus könnte bei entsprechender medizinischer Indikation nach dem § 218 im eigentlichen Sinne bis zum Einsetzen von Wehen noch „abgetrieben" werden. Die Zahlen hierüber sind leider auch über das statistische Bundesamt nicht exakt erfasst, dürften aber bei gut 1.000 Fällen pro Jahr in der BRD liegen. Diese Rechtssituation erscheint grotesk. Weiterhin erscheint juristisch eigenwillig, dass nach der Fristenlösung meist gesunde Embryonen auch ohne weitere medizinische Beurteilung bis zur 14. SSW (nach letzter Menstruation) „abgetrieben" werden können. In Deutschland liegt deren Anzahl pro Jahr bei weit über 100.000!