nicht ausreichende Versorgung über das Gefäßsystem der Plazenta. Dadurch kommt es zu einer Mangelversorgung des Kindes mit Sauerstoff, Hormonen, Nährstoffen, Vitaminen und Antikörpern.

Mögliche Folgen sind Fehlgeburt (Abort), intrauteriner Fruchttod (IUFT), Frühgeburtfetale Wachstumsverzögerung (IUGR), geringe Fruchtwassermenge (Oligohydramnion, Anhydramnion).

Oft ergeben sich auch Hinweise bereits vor Auftreten von Symptomen in der Ultraschall- bzw. Doppleruntersuchung, die Einschränkungen der fetalen bzw. maternalen Flussmuster aufzeigen.

Ursachen für eine Plazentainsuffizienz sind z.B. Alkohol- und/ oder Nikotingenuss in der Schwangerschaft. Chronische Beeinträchtigungen der plazentaren Durchblutung ergeben sich bei mütterlichen Risiken wie ausgeprägter Blutarmut (Anämie), Diabetes mellitus, chronischer Niereninsuffizienz, Blutdruckerkrankungen (Gestose, Präeklampsie, Propf-Gestose), Rhesusinkompatibilität oder anderen Antikörperkonstellationen sowie Infektionen.

Die Situation einer akuten Plazentainsuffizienz kann bei vorzeitiger Plazentalösung, mütterlicher Kreislaufkompromittierung (z. B. unter PDA), zu häufigen (hyperfrequenten) Wehen, Nabelschnurkomplikationen oder bei akutem Zwillingstransfusionssyndrom vor allem im Zusammenhang mit der Geburt auftreten.

Therapeutischer Ansatz in der Akutsituation ist in erster Linie im Bereich der Lebensfähigkeit (ab 24 SSW) die zeitnahe, mitunter sofortige Entbindung (Sectio) unter vorheriger Durchführung einer Lungenreife-Therapie (RDS-Prophylaxe) beim Fetus (bis 34 kpl. SSW). Therapeutische Optionen zur Beseitigung der chronischen Plazentainsuffizienz sind aktuell nur im Hinblick auf die Behandlung/ Einstellung des Bluthochdrucks verfügbar. Möglicherweise kann die Durchblutungssituation durch eingeschränkte Bettruhe und körperliche und mentale Entspannung ggf. unter stationären Bedingungen in gewissem Umfang verbessert werden. Bei einer mütterlichen und/ oder kindlichen Befundverschlechterung ist je nach zeitlichem/ situativem Druck die Schwangerschaftsbeendigung durch Geburtseinleitung oder Sectio anzustreben.