eindringende Plazenta; mit etwa 17% Anteil an einer Plazentaanhaftungsstörung deutlich seltener als eine Plazenta accreta. Infolge gestörter Trophoblastinvasion dringen plazentare Zotten bis z. T. tief in das Myometrium also die Gebärmuttermuskulatur vor. Es kommt folglich nach der Geburt des Kindes zu einer verzögerten oder fehlenden Lösung der Plazenta. Die Gefahr einer verstärkten Blutung nach Geburt (postpartale Hämorrhagie!!) nimmt dadurch nicht unerheblich zu, die Plazenta und Eihäute müssen deshalb zeitnah nach Geburt des Kindes manuell bzw. operativ gelöst und komplett entfernt werden.

Eine Blutung aus dem Plazentabett kann nachfolgend verstärkt sein, weshalb zusätzlich die Uterusmuskulatur medikamentös tonisiert werden muss (Uterotonika wie Oxytocin, Syntocinon, Methergin, Prostaglandine). Bei unstillbaren Blutungen kann die letzte Lösung (ultima ratio) in der Entfernung der Gebärmutter bestehen (noch Kinderwunsch?)

Dieses Phänomen tritt nach Gebärmutteroperationen (Curettage, Kaiserschnitt, Myomentfernung) oder im Rahmen einer sog. Plazenta praevia mit einer Häufigkeit von etwa 1:2.500 Schwangerschaften auf. Statistisch gesehen kommt eine Plazenta increta häufiger bei Schwangeren über 35 Jahren und bei weiblichen Kindern vor.

Die Diagnose einer Plazenta increta gelingt vorgeburtlich nur selten. Gelegentlich kann eine Doppleruntersuchung auf eine pathologische Gefäßverteilung im Myometrium den Verdacht liefern. Bei Verdacht sollte zur Entbindung eine primäre Sectio vorgenommen werden. Präoperativ sollten ausreichend Blutkonserven bereitstehen!