Fehlgeburt; durchaus häufiges Ereignis.
In jeder Schwangerschaft besteht eine statistische Verlustrate von ca. 20%. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Abortrate kumulativ gesehen, das heißt bei Berücksichtigung aller Schwangerschaften im Leben einer Frau, bei weit über 50% liegt. Man weiß heute, dass von 100 befruchteten Eizellen lediglich 30 zum Ergebnis Lebendgeburt führen, entsprechend einer Verlustrate von 70%! Die Aborthäufigkeit ist weltweit etwa gleich, auch ethnische Unterschiede scheint es nicht zu geben. Aufgrund der meist genetischen Ursachen nimmt die Abortwahrscheinlichkeit mit steigendem mütterlichen Alter deutlich zu. Im Übrigen spielt auch das Alter des Kindsvaters keine unwesentliche Rolle!

Ergebnis einer nicht intakten Schwangerschaft, die entweder fehlerhaft angelegt war (Abortivei, MolenschwangerschaftEktope Schwangerschaft oder Windei) oder aufgrund fehlerhafter Entwicklung (Chromosomenstörungen, Intrauterine Infektionen, Schädigung durch Medikamente, Drogen, Genussmittel oder Strahlung, angeborene Erkrankungen der Mutter, Gerinnungsstörungen) meist deutlich vor der Lebensfähigkeit (etwa 24 kpl. SSW) endet. Einteilung in Frühestabort (vor 6 kpl. SSW), Frühabort (bis 14 kpl. SSW) und Spätabort (bis zur Grenze der Lebensfähigkeit); verstirbt ein Kind vor der Geburt (in utero) innerhalb der Lebensfähigkeit wird dies als Intrauteriner Fruchttod (Totgeburt) bezeichnet. Nach dem Personenstandsgesetz liegt ein Fruchttod unabhängig von der Schwangerschaftswoche ab einem Kindsgewicht von 500g vor (ca. 22 kpl. SSW). Vgl. auch Abortus completus, Abortus incompletus, Abortus imminens, Abortus incipiens, Habitueller AbortMissed abortion (Verhaltener Abort), Einzeitiger Abort, Zweizeitiger Abort, Tubarabort, Febriler Abort.