vgl. Eileiterschwangerschaft, häufigste Form der sog. ektopen Schwangerschaft, Extrauterinschwangerschaft; oft nicht ganz zutreffend als Bauchhöhlenschwangerschaft bezeichnet.
Etwa 2% aller Schwangerschaften nisten sich nicht regelhaft in der Gebärmutterschleimhaut sondern in anderen Bereichen des inneren Genitales ein. Meist geschieht dies im Eileiter manchmal auch am Eierstock selten im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervikalschwangerschaft, hoch gefährlich!) oder in der Gebärmuttermuskulatur. Eine nicht am richtigen Ort eingenistete Schwangerschaft wird als ektope Schwangerschaft bezeichnet.

Die Situation einer Tubargravidität ist grundsätzlich als hohes Risiko einzustufen, nachdem in vielen Fällen massive Blutungen, Schmerzen, Kreislaufversagen und Gerinnungsprobleme auftreten. Die Diagnose einer Tubargravidität ist zudem vor allem in der Frühschwangerschaft nicht immer einfach zu stellen, wodurch ein Verschleppen der Diagnose resultiert. Sehr selten (ca. 1:20.000) besteht eine Schwangerschaft regelrecht in der Gebärmutter und gleichzeitig eine Eileiterschwangerschaft. Dies wird als Heterotopie bezeichnet. Selten tritt eine solche Situation nach reproduktionsmedizinischen Maßnahmen mit hormoneller Stimulation der Eierstöcke auf (ART, IVF, ICSI).

Nach Feststellen einer Schwangerschaft (positiver Schwangerschaftstest/ HCG-Nachweis im Blut) sollte grundsätzlich immer eine Ultraschallbestätigung im Sinne einer Lokalisation der Schwangerschaft in der Gebärmutter erfolgen. Es gilt der Grundsatz, dass bei positivem Schwangerschaftstest und fehlendem Nachweis der Schwangerschaft innerhalb der Gebärmutter immer der Verdacht auf eine ektope Schwangerschaft/ Eileiterschwangerschaft besteht. Deswegen müssen in kurzen Abständen Ultraschallkontrollen (Vaginalsonographie) und beta-HCG-Kontrollen im Blut erfolgen. Auch ein nicht typisch ansteigender Wert des Schwangerschaftshormons im Blut gibt einen Hinweis auf eine Tubargravidität. Die Diagnostik kann sich zeitlich durchaus ausdehnen und in der Interpretation schwierig sein.

Gilt die Eileiterschwangerschaft als gesichert muss diese entfernt werden. Die Therapie besteht in einer meist diagnostischen/ therapeutischen Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Entfernung des Schwangerschaftsgewebes (Konzeptus). In besonderen Notfällen kann eine Eröffnung des Bauches (Laparotomie) erforderlich sein. In aller Regel versucht man den Eileiter zu belassen, gelingt dies nicht, muss dieser entfernt werden. Bei unklarem Befund bei der Bauchspiegelung/ Baucheröffnung kann zusätzlich eine Curettage der Gebärmutter durchgeführt werden. In jedem Fall muss das gewonnene Gewebe zum Nachweis von embryonalem Gewebe (Chorionzotten) histologisch untersucht werden.

Eine Alternative besteht in der niedrig-dosierten Chemotherapie mit Methotrexat (MTX) einem Folsäure-Antagonisten, der in der Dosierung 1 mg pro kg KG intramuskulär oder über die Vene appliziert wird. Bei Nachweis freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle kann eine MTX-Therapie nicht mehr erfolgen.

In jedem Fall muss nach Therapie der beta-HCG-Spiegel regelmäßig bis unter die Nachweisgrenze kontrolliert werden. Vgl. auch Trophoblastpersistenz.

Rhesus-negative Frauen erhalten auch bei Eileiterschwangerschaften eine Rhesusprophylaxe.

Das Wiederholungsrisiko beträgt je nach Vorgehensweise 10%, im Wiederholungsfall bis 50%!

Ursachen sind meist Verwachsungen im Bauchraum infolge genitaler Infektion bzw. einer Endometriose oder vorangehenden Operationen, anatomischer Besonderheiten, künstlicher Befruchtung, Einsatz von Intrauterinpessaren oder nach einer operativ nicht regelrecht erfolgten Sterilisation.