nicht ganz seltene Infektion durch Toxoplasma Gondii, einen parasitären Einzeller, der fäkal-oral übertragen wird. Die Infektion kann über Katzenkot, Arbeiten mit Gartenerde und Genuss von rohem Fleisch aber auch Salat, Gemüse aus Bioanbau übertragen werden.

Die Infektion erfolgt in aller Regel unbemerkt und ist außerhalb der Schwangerschaft absolut ungefährlich. Nach durchgemachter Infektion erwirbt man eine meist lebenslang andauernde Immunität (stille Feiung). Gut 40 % aller Schwangeren sind meist ohne dies zu wissen immun (pos. IgG-Titer).

Eine Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft ist bei nicht-immunen Patientinnen ein echter Aufreger. In der Frühschwangerschaft bis etwa 30 Wochen ist die Wahrscheinlichkeit der Transmission also der direkten Übertragung von der Mutter auf das Ungeborene relativ wahrscheinlich und führt nicht selten zu massiven Infektion mit der Folge von Aborten, Infektionen des zentralen Nervensystems und der Augen. Die neurologischen Folgen (Epilepsien, Sehstörungen, Blindheit) sind z. T. schwerwiegend. Nach 30 SSW wird eine Infektion des Feten kaum mehr beobachtet (obwohl fetale Schäden dann sehr schwerwiegend sind). In Deutschland liegt die Zahl der mit Toxoplasmen infizierten Neugeborenen bei etwa 1:1000. Knapp 300 Kinder sind bei Geburt erkrankt!

Wird allein der Verdacht auf eine frische Toxoplasmose in der Schwangerschaft gestellt, ist unbedingt eine antibiotische Therapie zu veranlassen. Bis zur 16. SSW erfolgt eine Monotherapie mit Spiramycin (für 4 Wochen), anschließend eine Kombinationstherapie mit Sulfadiazin und Pyrimethamin (ebenfalls für 4 Wochen). Hierzu sollten begleitend eine Folsäuretherapie sowie wöchentliche Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Weitere Therapien sind in aller Regel nicht erforderlich. Durch die sich entwickelnde mütterliche Immunität wird die akute Infektion meist gut kontrolliert. Nach 21 Wochen kann zur Therapiekontrolle eine Fruchtwasseruntersuchung (trotz Therapie fetale Infektion? Weitere Therapie?) erfolgen.
Die Diagnose wird im Prinzip nur durch ein allgemeines serielles Screening gestellt (mehrfache Tests während der Schwangerschaft). Ein solches ist in Deutschland aktuell nicht etabliert. Schwangere sollten aber wissen, dass es ein Screening auf IGeL-Basis gibt (Kosten trägt die Schwangere selbst, ca. 60 Euro für ein 3-maliges Screening in der Schwangerschaft alle 10 Wochen ab etwa 7. - 9. SSW)

Liegt der Nachweis einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft vor, ist unbedingt eine fetale Ultraschalldiagnostik auf Infektionszeichen oder Infektionsfolgen (z.B. Hydrozephalus) zu empfehlen. Dieser dient nicht nur dem Nachweis einer möglichen Infektion sondern der Kontrolle des Therapieerfolges!