meist genetisch bedingte, familiär gehäuft auftretende Neigung zu Thrombosen. Es existieren eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen, die unter dem Begriff der Thrombophilie zusammengefasst werden. Eine wesentliche und häufige Diagnose ist die Faktor-V-Leiden-Mutation. Dem Betroffenen ist diese Situation oft gar nicht bekannt. Meist wird diese Konstellation z.B. im Rahmen der Abklärung einer Thrombose/ Lungenembolie, gehäufter Abortschwangerschaften (habitueller Abort/ chronisch rezidivierter Abort) oder unerfülltem Kinderwunsch festgestellt.

Ergeben sich innerhalb der Familie Hinweise auf zwei oder mehr thrombembolische Ereignisse sollten entsprechende Laborparameter auf eine Thrombophilie bestimmt werden (sog. Thrombophilie-Abklärung).
Eine Thrombophilie stellt eine nicht zu unterschätzende Risikosituation dar, nachdem in der Schwangerschaft die Blutgerinnung ohnehin gesteigert ist. Die Thromboseneigung nimmt während Schwangerschaft und Wochenbett um den Faktor 2-8 zu! Durch eine Thrombophilie steigt dieses Risiko nochmals bedeutend an.

Deshalb muss bei der betroffenen Schwangeren eine entsprechende Thromboseprophylaxe erfolgen: Bewegung, reichlich Trinkmenge, Tragen von Anti-Thrombose-Strümpfen und Blutverdünnung mit sog. niedermolekularem Heparin. Zusätzlich sollte eine interdisziplinäre Betreuung mit Kontrollen der Gerinnungsparameter bei einem Spezialisten für Gerinnungserkrankungen (Hämostaseologe) erfolgen.