Myome zählen zu den häufigsten gutartigen Raumforderungen der Gebärmutter. Nach dem 40. Lebensjahr finden sich bei fast jeder 2. Frau eines oder mehrere Myome.

Obwohl es zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem häufigen gynäkologischen Phänomen gibt, ist die Behandlung aufgrund fehlender Vorhersage des biologischen Verhaltens von Myomen sehr unbefriedigend. Leider neigen Myome selbst nach operativer Entfernung zum Rezidiv, sie kommen einfach wieder.

Gesichert ist lediglich, dass Myome, die auf der Gebärmutter wachsen (subseröse Lokalisation) unter 3 cm Größe meist keiner Operation bedürfen. Das ist wenig medizinische Information zu einer häufigen Erkrankung.

Die fast ausnahmslos gutartigen Tumoren sind in aller Regel harmlos. Die allermeisten Myome werden zufällig bei einer Routineuntersuchung im Ultraschall gefunden. Typischerweise zeigen sich keine Symptome. Je nach Größe, Anzahl und Lokalisation können Symptome wie Unterbauchschmerzen, Blutungsstörungen, Harninkontinenz, Verstopfung (Obstipation) oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Ab einer bestimmten Größe (> 5 cm) bzw. Anzahl spricht von einem Uterus myomatosus.

Während einer Schwangerschaft können Myome bedingt durch die steigenden Hormonspiegel entstehen bzw. an Größe zunehmen. Zum Teil entstehen so mehrere oder einzelne bis 10 cm große Myome, die bei bestimmter Lokalisation (unteres Uterinsegment, Zervixbereich) vorzeitige Wehen (Frühgeburtsrisiko) auslösen können. Zudem stellen sie möglicherweise ein Geburtshindernis dar. Beeinträchtigen Myome die Gebärmutterschleimhaut (submucöse Lage, Cavum uteri) kann es zu Blutungen, Fehlgeburt oder intrauterinem Fruchttod (IUFT) kommen.
Myome stellen ein nicht unbedeutendes Risiko für die Schwangerschaft dar (zählt zu den Schwangerschaftsrisiken/ mütterlichen Risiken).

Nicht selten sind Schwangere wegen eines Myoms/ uterus myomatosus im Vorfeld operiert worden. Zur Myomentfernung kann eine Bauchspiegelung (LSK) oder eine Baucheröffnung (Laparotomie) durchgeführt werden. Entscheidend ist, ob zur Myomentfernung/ Myomenukleation die Eröffnung der Gebärmutterhöhle erfolgte. Dieser Umstand entspricht ebenfalls einem mütterlichen Risiko, das einen geplanten/ elektiven Kaiserschnitt (primäre Sectio) erfordert (Risiko der Uterusruptur).

Seit einigen Jahren wird zur Myomverkleinerung sowie zur Therapie der möglichen begleitenden Blutungsstörungen Ulipristalacetat (Progesteron-Rezeptor-Antagonist) eingesetzt. Nach Studienlage lassen sich noch keine statistisch signifikanten Vorteile gegenüber anderen Therapien absehen. Für Frauen mit Kinderwunsch erscheint diese Therapie die allerdings einzig Erfolg versprechende zu sein.