Fehlanlage einer Schwangerschaft mit blasiger Degeneration der Chorionzotten (sog. Blasenmole). Zählt zu den Trophoblaststörungen/ Trophoblasttumoren.

Wird auch als Mola hydatida bezeichnet. Regional sehr unterschiedliche Häufigkeitsverteilung mit ca. 1:1.250 Schwangerschaften. Gehört zu den schwangerschaftsbedingten Trophoblasterkrankungen (GTE). Diese bilden eine Gruppe seltener schwangerschaftsassoziierter Tumoren.

Sie basieren auf einer gestörten Frühschwangerschaft mit abnormer Entwicklung des Trophoblasten bzw. des fetalen Chorions. Während einige Varianten dem Verhalten eines gutartigen Tumors entsprechen, gibt es bösartige Formen, die eine besondere biologische Einheit bilden. Betrachtet man eine Schwangerschaft aus mütterlicher Sicht als „Halb-Transplantat auf Zeit", kann man eine Trophoblasterkrankung als genetisch entarteten und eventuell invasiven und metastasierenden Transplantat-Tumor bezeichnen. Biologisch ist allen Trophoblasterkrankungen gemeinsam, dass sämtliches mütterliches Genmaterial aus der Eizelle eliminiert wurde. Alle embryonalen/ kindlichen Chromosomen, auch die Geschlechtschromosomen weisen lediglich väterliches Erbgut auf. Einen wesentlichen Faktor stellt das mütterliche Alter dar (> 40 oder < 20 Jahre); eventuell spielt Vitamin-A-Mangel eine Rolle; ggf. auch Problem des väterlichen Alters.

Man unterscheidet nach mikroskopischen (histologischen) Untersuchungskriterien einfache, partielle (Partialmole), komplette und invasive bzw. destruierende Blasenmolen, das Chorionkarzinom und den Plazenta-nahen Pseudotumor.

Die Partialmole stellt die häufigste und am wenigsten problematische Variante dar. Bei dieser besteht die Therapie der Wahl wie bei einem Abortgeschehen in einer Curettage nach vorangehendem Zervixsoftening. Nach mikroskopischem (histologischem) Ergebnis des Abortgewebes werden Kontrollen mittels Ultraschall und des Blutspiegels für beta-HCG durchgeführt und dessen Verlauf bis unter die Nachweisgrenze verfolgt.

Die deutlich seltenere komplette Blasenmole kann zu massiven Problemen führen (enorme Übelkeit, starkes Erbrechen, z. T. ausgeprägte Blutungen, in seltenen Fällen Entfernung der Gebärmutter bei abgeschlossenem Familienbild). Im Ultraschall zeigen Molen insbesondere die komplette Blasenmole ein typisches Muster, das früher als „Schneegestöber" bezeichnet wurde; aufgrund der hohen Detailauflösung heutiger Ultraschallmaschinen sieht man dieses Phänomen heute nicht mehr. Die Blutspiegel für beta-HCG liegen z. T. unphysiologisch hoch (ggf. deutlich über 500.000 U/l). Besteht der Verdacht auf eine komplette Blasenmole, sollte ein entsprechend vorsichtiges Management gewählt werden: Aborteinleitung mit Prostaglandinen. Unbedingt Verzicht auf Ausschabung, alternativ wird eine Saug-Curettage durchgeführt. In besonderen Fällen erfolgt eine Chemotherapie mit einem sog. Folsäure-Antagonisten (MTX, Methotrexat) als Monotherapie. Gleichzeitig sollte hochdosiert Folsäure zugeführt werden.
Bei massiver Blutungsgefahr muss auch eine operative Entfernung der Gebärmutter in Betracht gezogen werden. Unbedingt Verlaufsbestimmungen des mütterlichen Serum-HCG-Spiegels bis unterhalb der Nachweisgrenze (ca. 2 U/l) veranlassen. Der Hormonspiegel halbiert sich unter normalen Bedingungen etwa alle zwei Tage! Unbedingt vor operativem Eingriff wegen massiver Blutungsgefahr mehrere Blutkonserven (2-6 Erythrozyten-Konzentrate) bereitstellen!! Zusätzlich Anwendung von Medikamenten zur Verbesserung der Kontraktion der Gebärmutter (Uterotonika, Prostaglandine).

Bei Rhesus-Negativität unbedingt an eine Rhesusprophylaxe denken, weil Trophoblastzellen Rhesus-D-Faktor bilden können und eine Antikörperbildung stattfinden könnte.