Möglichkeit der Verringerung der Anzahl der Feten einer Mehrlingsschwangerschaft (meist Drillinge auf Zwillinge) in der frühen Fetalphase (16-19 SSW).

Der Grund ist die Vermeidung extremer Frühgeburtsrisiken und anderer spezifischer Probleme sog. höherer Mehrlinge (Drillinge, Vierlinge, Fünflinge usw.). Diese Option ist weder für die Schwangere noch für den betreuenden Frauenarzt Pflicht.

Einige wenige Zentren in Deutschland führen heute noch Reduktionen durch, sofern die Schwangere/ das Paar dies wünscht. Nach ausführlicher Beratung und sonographischer Feindiagnostik sowie eventueller genetischer Überlegungen wird das Vorgehen besprochen und medizinisch lege artis umgesetzt.

Der überzählige, dann verstorbene Fetus verbleibt intrauterin und wird später mit dem zugehörigen Plazentaanteil geboren. Meist sind zum Zeitpunkt der Geburt aufgrund der Resorptionsvorgänge kaum mehr fetale Strukturen erkennbar (sog. vanishing fetus).

Das Vorgehen einer Mehrlingsreduktion beinhaltet medizin-ethisch höchst sensible Materie. Es ist deshalb zu begrüßen, dass sich zahlreiche Reproduktionsmediziner seit Jahren der Verantwortung gestellt haben und den Transfer von drei oder mehr Embryonen nur noch in ganz seltenen, ausgewählten Fällen durchführen. Manche lehnen dies sogar grundsätzlich ab. Dadurch konnte die Nachfrage nach Mehrlingsreduktionen gesenkt werden.