zweiwertiges Metall (Erdalkalimetall, 2fach positiv geladenes Ion), das im Stoffwechsel (Muskulatur/ Herz/ Darm, Nieren, Nervensystem/ Immunsystem) eine wesentliche Rolle spielt. An ungefähr 300 enzymatischen Reaktionen ist Magnesium beteiligt. Magnesium ist hinsichtlich seiner Ladung und Molekülgröße ähnlich dem Kalzium, weshalb es in entsprechender Dosierung die Wirkmechanismen des Kalziums auf die glatte Muskulatur (Skelettmuskulatur, Herzmuskelzellen) hemmen kann (sog. Kalziumantagonist).

Magnesium ist ein essentieller Stoff, der für den Gesamtstoffwechsel unverzichtbar ist. Mangelzustände sind unbedingt auszugleichen, was relativ leicht zu erreichen ist. Besteht eine normale Nierenfunktion ist die vorübergehend hohe Einnahme nicht bedenklich, überschüssiges Magnesium wird über den Urin rasch wieder ausgeschieden. Zur medizinischen Anwendung kommen verschiedene Magnesiumverbindungen wie Citrate, Aspartate oder Gluconate. Galenische Zubereitungen sind Tabletten wie Brausetabletten, Kau- oder Lutschtabletten bzw. aktuell am ehesten als sog. Granulate (sog. Direktgranulate). Magnesium gilt als Nahrungsergänzungsmittel, ist deshalb nicht rezeptpflichtig und somit frei verkäuflich bzw. erhältlich (Apotheken, Drogerien, Lebensmittelgeschäfte).

Der Einnahme von Magnesium kommt gerade in der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung zu. Häufige Beschwerden wie Migräne, Muskelkrämpfe (Waden/ Hände), Bauchkrämpfe, Verstopfung (Obstipation), Kontraktionen/ Wehentätigkeit aber auch die Erhöhung des arteriellen Blutdrucks können durch die orale Einnahme von Magnesium relativ gut behandelt werden. Es gibt Grenzen der Magnesium-Therapie, nachdem eine Dosierung von etwa 1.000 mg/ Tag mit Sicherheit zu Durchfällen führt.

Therapeutisch werden 2-3 Einzeldosen tgl. zwischen 150 - 400 mg je Applikation empfohlen. Die Obergrenze von 1.000 mg/ Tag sollte nicht dauerhaft erreicht bzw. überschritten werden. Eine Magnesiumüberdosierung ist zwar selten, kann aber zu neurologischen Problemen und/ oder Herzrhythmusstörungen führen.

Zur Behandlung eines erhöhten arteriellen Blutdrucks und/ oder vorzeitiger Wehen ist nur die intravenöse Therapie (Magnesiuminfusion) geeignet, die allerdings nur unter klinischen Bedingungen und unter sorgfältiger Überwachung (Vorsicht Herz/ zentrale Dämpfung/ Reflexabschwächung) durchgeführt werden kann.
Ob die Magnesiumzufuhr bei entsprechender Symptomatik nach 36 kpl. SSW unbedingt abgesetzt werden muss, wie es immer wieder zu hören ist, bleibt unklar. Wenn es z. B. bei Wadenkrämpfen oder anderen Beschwerden hilft, ist die Einnahme auch bis zum Einsetzen von Wehen nicht verboten oder in irgendeiner Form riskant!