bei vorzeitigem Blasensprung kann sich die Nabelschnur vor den noch nicht fest im Beckeneingang befindlichen vorangehenden (führenden) Kindsteil schieben. Häufiger ereignet sich dies bei einer Beckenendlage, weil der Steiß einen kleineren Umfang aufweist und meist nicht fest im Becken verankert ist. Die Situation kommt allerdings auch bei Kopflagen vor. Setzen Wehen ein, würde die Nabelschnur durch das Kind in jeder Wehe zunehmend komprimiert werden.

Ein Nabelschnurvorfall stellt einen geburtsmedizinischen Notfall dar und bedarf einer raschen Entbindung (Not-Sectio).

Eine der wesentlichen Fragen ab etwa 36/ 37 SSW besteht darin festzustellen, ob der Kopf fest im Becken zu tasten ist. Ist dies nicht der Fall, muss der Schwangeren geraten werden, sich bei einem vorzeitigen Blasensprung liegend in die Klinik transportieren zu lassen. Bei einer Steißlage gilt dies grundsätzlich!

Allerdings ist die Datenlage nicht eindeutig, es gibt zahlreiche Geburtsmediziner, die ein solches Vorgehen nicht befürworten! Nachdem es sich aber um eine unübersichtliche ggf. lebensbedrohliche Situation für das Kind handeln kann, sollte rasch für Hilfe gesorgt werden!