vgl. Cordozentese; ab 18 SSW (z.T. auch schon ab 16 SSW) kann die Nabelschnur für eine spezielle Diagnostik bzw. Therapie des Fetus genutzt werden.

Beispiele hierfür sind die Abklärung fetaler Infektionen durch Röteln, Windpocken, Herpes, Parvo-B-19-Virus, Toxoplasmose und viele andere mehr, wenn unklar ist, ob es nach mütterlicher Infektion auch zu einer fetalen Beteiligung gekommen ist.

Gleichzeitig würde man neben der Bestimmung der fetalen Genetik (Karyotypisierung, Molekulargenetik) bei bestimmten Infektionen eine intrauterine Therapie durchführen (z.B. fetale Bluttransfusion bei Parvovirus-Infektion, Ringelröteln). Die Punktion der Nabelschnur erfolgt sinnvollerweise über die Nabelvene (größeres Lumen/ Blutfluss zum Kind).

Probleme der Nabelschnurpunktion sind die abhängig von der Schwangerschaftswoche kleinen Gefäßquerschnitte (Lumina), die demnach erst ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt mit einer Punktionskanüle erreicht werden können. Die Punktion ist unter Umständen durch mütterliche Bauchdeckenbeschaffenheit nicht einfach durchzuführen. Nicht selten werden Blutungen direkt aus der Einstichstelle der Nabelschnur beobachtet, die allerdings meist keine Folgen für den Fetus nach sich ziehen. Auch die kindliche Lage bzw. Aktivität erschwert eine Nabelschnurpunktion nicht unbeträchtlich.

Ab 28 SSW sollte nach Punktion eine Langzeit-CTG-Überwachung des Fetus erfolgen (2 Stunden). Es kann passieren, dass infolge fetaler Dekompensation eine eilige Intervention mittels Kaiserschnitt erfolgen muss (Not-Sectio).

Bei Rhesus-Negativität ist zeitnah nach Punktion eine Rhesusprophylaxe mit Immunglobulinen durchzuführen!