Bezeichnung für eine Geburt vor 37 kpl. SSW oder weniger als 260 Tage Tragzeit (gerechnet nach letzter Menstruation). Frühgeburten machen etwa 7 % aller Geburten aus.

Die Zahl der Frühgeburten ist in Europa bzw. Deutschland trotz aller Maßnahmen zur Vermeidung von Frühgeburten in den letzten 25 Jahren relativ konstant geblieben. Tendenziell steigt die Rate der Frühgeburten vor allem der sehr kleinen Frühgeborenen (unter 1.000g Geburtsgewicht also unter 28 SSW) an.

Die häufigsten Ursachen stellen bakterielle Infektionen, vorzeitige Wehen und/ oder vorzeitiger Blasensprung und Mehrlingsschwangerschaften dar. Die Überlebenschancen der Frühgeborenen haben durch die technischen Möglichkeiten moderner Perinatalmedizin erheblich zugenommen. Tatsächlich existieren allerdings auch erhebliche Folgen einer Frühgeburt mit deutlich erhöhter Mortalität und kurz- wie langfristiger Morbidität der Kinder. Auch für die Familien können Frühgeborene ein erhebliches Potential an Belastung bedeuten.

Frühgeborene zeigen je nach Gestationsalter mehr oder weniger ausgeprägte Anpassungsstörungen. In erster Linie wirkt sich die Unreife der fetalen Lungen auf die weitere Entwicklung und Prognose des Neugeborenen aus. Infolge der Lungenunreife und Ausprägungsgrad des Atemnotsyndroms kann das Frühgeborene zahlreiche Beeinträchtigungen z. B. im Herz-Kreislaufsystem, im Gehirn und in weiteren Organen wie Leber, Darm und Nieren aufweisen.
Die schwierigste Situation ergibt sich nach wie vor in der Gruppe der extremen Frühgeborenen zwischen 24 und 28 kpl. SSW bzw. den Kindern, die an der Grenze zur Lebensfähigkeit (23 bis 24 kpl. SSW) geboren werden. Eine schwerwiegende Beeinträchtigung stellt die zusätzliche Wachstumsretardierung dar. Kinder mit niedrigem oder zu niedrigem Geburtsgewicht sind in der Gruppe der Frühgeborenen besonders von Komplikationen betroffen.

Der Mutterschutz verlängert sich bei einer Frühgeburt um die Tage bzw. Wochen vor dem Mutterschutz von 34 kpl. SSW. Wenn beispielsweise ein Kind nach 32 kpl. SSW geboren wäre, verlängert sich der Mutterschutz um 2 Wochen.