Fehlgeburt bis 7 SSW. Abortschwangerschaft; sehr häufiges Ereignis.
In jeder Schwangerschaft besteht eine statistische Verlustrate von ca. 20%. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Abortrate kumulativ gesehen, das heißt bei Berücksichtigung aller Schwangerschaften im Leben einer Frau, bei weit über 50% liegt. Es ist bekannt, dass von 100 befruchteten Eizellen lediglich 30 zum Ergebnis Lebendgeburt führen, entsprechend einer Verlustrate von 70%!

Die Aborthäufigkeit ist weltweit etwa gleich, auch ethnische Unterschiede scheint es nicht zu geben. Aufgrund der meist genetischen Ursachen nimmt die Abortwahrscheinlichkeit mit steigendem mütterlichen Alter deutlich zu. Im Übrigen spielt auch das Alter des Kindsvaters keine unwesentliche Rolle!

Die Frühestaborte werden z. T. gar nicht als schwangerschaftsbedingte Ereignisse wahrgenommen. Meist kommt es aus der Sicht der betroffenen Frauen zu einer verzögerten, eventuell verstärkten Regelblutung. Bei positivem Schwangerschaftstest ohne Nachweis einer intrauterinen Schwangerschaft ist dennoch der Ausschluss einer Eileiterschwangerschaft zu führen (Ultraschall, sicherer beta-HCG im Serum bis unterhalb der Nachweisgrenze!). Eine Ausschabung (Curettage) ist lediglich bei ausgeprägter Blutungs- und/ oder Schmerzsymptomatik erforderlich. Immer histologische Untersuchung des Curettements auf Chorionzotten durchführen lassen!

Unbedingt auf den Rhesusfaktor achten! Rhesus-negative Frauen benötigen eine zeitnahe Gabe von Immunglobulinen zur sog. Rhesusprophylaxe zur Vermeidung einer Rhesusunverträglichkeit (Rhesusinkompatibilität) in einer weiteren Schwangerschaft.