Tötung des Fetus im Zuge eines Schwangerschaftsabbruches aus medizinischer Indikation.

Nach Erreichen der Lebensfähigkeit mit etwa 22 SSW wird im Zusammenhang mit einem medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch aus ethischen aber auch medizinischen Erwägungen vor Aborteinleitung (Abortinduktion) die Tötung des Fetus vorgenommen. Gleiches erfolgt bei sog. Mehrlingsreduktion (z.B. Drillinge auf Zwillinge) zu einem früheren Zeitpunkt (meist bereits nach 15-16 SSW).

Hierbei stehen Fehlbildungen des Fetus/ der Feten oft nicht im Vordergrund d. h. eine unbedingte medizinische Indikation besteht nicht. Vielmehr stellen sich Fragen im Zusammenhang mit möglichen Folgen des deutlich erhöhten Frühgeburtsrisikos. Das Ziel besteht zudem nicht in der Beendigung der Schwangerschaft sondern vielmehr in deren Aufrechterhaltung bei geringerem Frühgeburts- und Entbindungsrisiko. Der verstorbene Fetus verbleibt in seiner Fruchthöhle, wo er im Laufe der Schwangerschaft immer kleiner und flacher wird (Fetus papyraceus).