vgl. Zwillingstransfusionssyndrom; Verschiebung von Blutvolumina über gemeinsame Blutgefäße (sog. Shunts) bei bestimmten Zwillingskonstellationen.

Das Feto-fetales Transfusionssyndrom ist nur möglich bei sog. monochoriaten bzw. monoamnioten Zwillingen. Diese Zwillinge besitzen eine gemeinsame Plazentaanlage mit möglichen Gefäßkurzschlüssen (sog. Anastomosen). Diese Kurzschlüsse oder engl. Shunts führen unter bestimmten Bedingungen zu Volumenverschiebungen, die entweder zu einer zu geringen oder einer zu großen Blutversorgung bei den Zwillingen und damit zu erheblichen Kreislaufproblemen führen (Anämie beim sog. Donor/ Kreislaufüberlastung beim sog. Akzeptor).

Nachdem der eine Zwilling sehr blass, der andere sehr rosig (rot) aussieht, wurde eine solche Konstellation sehr zutreffend auch als „Schneeweißchen und Rosenrot" nach dem Märchen der Brüder Grimm. Eine solche Situation ist hoch riskant. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Zuge einer solchen Konstellation ein Zwilling verstirbt liegt bei 80%!

In den letzten 20 Jahren ergaben sich unterschiedliche Therapieansätze, die heute einzig Erfolg versprechende Option bietet die sog. Laserkoagulation der Gefäßverbindungen zwischen den Plazentaanteilen, die nach entsprechender Diagnostik und Stadieneinteilung (Quintero-Stadien) in dafür autorisierten Zentren durchgeführt wird.