Gruppe von Erkrankungen, die mit einer verminderten (Hämorrhagien) oder vermehrten (Thrombophilien) Gerinnungsneigung assoziiert sind; diese Störungen treten häufig genetisch familiär aber auch erworben auf; teilweise sind sie durch eine Schwangerschaft bedingt oder zumindest getriggert (also ausgelöst).

Vor allem Thrombophilien sind nicht ganz selten. Teilweise werden sie erst in einer Schwangerschaft nach einem Thromboseereignis als genetisch bedingt festgestellt. Nachdem die Thromboseneigung in der Schwangerschaft auf ein Vielfaches des Risikos einer Nicht-Schwangeren ansteigt, ist die zusätzliche Thromboseneigung bei Vorliegen einer Thrombophilie als Hoch-Risiko-Situation zu betrachten: Die Schwangere bedarf einer entsprechend dosierten Heparinisierung (Blutverdünnung, meist mit sog. niedermolekularen Heparinen, die nicht plazentagängig sind). Reichlich Trinkmenge und Bewegung wird empfohlen. Zudem müssen Anti-Thrombosestrümpfe/ Strumpfhosen angepasst werden. Während der Schwangerschaft erfolgt begleitend die interdisziplinäre Betreuung über einen Gerinnungsspezialisten (Hämostaseologie/ Gerinnungsambulanz). Ziel ist die Neigung zu Blutgerinnseln in den Gefäßen (Venen/ Arterien) und die damit verbundenen Gefäßverschlüsse (Thromb-Embolien) zu verhindern, die ihrerseits große Komplikationen verursachen und zu Todesfällen führen können. Die Relevanz von Gerinnungsstörungen besteht eben in der Tatsache, dass ihr Anteil an mütterlichen bzw. schwangerschaftsbedingten Todesfällen außerordentlich hoch ist (> 50%)!

Häufige Thrombophilien sind die sog. APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation), die Prothrombin-Mutation G20210A (Faktor II), der Protein-C-Mangel und Protein-S-Mangel, Antithrombin-Mangel, das Anti-Phospholipid-Antikörper-Syndrom und viele andere mehr.