GenDG; am 01. Februar 2010 in Kraft getreten; darin werden gemäß § 3 Nr. 3 vorgeburtliche Untersuchungen geregelt, die zur Risikoabklärung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit des Vorliegens bestimmter genetischer Eigenschaften des Ungeborenen unternommen werden; hierzu zählen Untersuchungen wie die Messung der Nackentransparenz (NT-Messung), das Ersttrimester-Screening, Double-Triple- und Quadruple-Test, Amniozentese, Chorionzottenbiopsie und die Nabelschnurpunktion (Cordozentese).

Das Gesetz sieht vor, dass die Patientin vor der pränataldiagnostischen Maßnahme umfassend von einer „verantwortlichen ärztlichen Person" über Sinn, Zweck, Möglichkeiten und eventuelle Konsequenzen der diagnostischen Methoden aufgeklärt wird. Die Patientin muss nach angemessener Bedenkzeit den Untersuchungen schriftlich zustimmen. Ohne diese Zustimmung ist eine Untersuchung nicht zulässig. Die genetische Beratung bezieht sich auf die Basisberatung sowie die einzelnen Beratungsinhalte nach jeweiliger Befunderhebung. Der Patientin muss ferner über die Möglichkeit der psycho-sozialen Beratung informiert werden.

Zwischen Beratung und Diagnostik muss eine angemessene Bedenkzeit liegen, deren Dauer allerdings im Gesetzestext nicht explizit geregelt ist.
Es ist verboten, nach Erkrankungen zu suchen, die erst im Erwachsenenalter auftreten (z. B. Chorea Huntington), auch wenn diese bereits vorgeburtlich erkennbar sind und möglicherweise massive, d.h. auch tödliche Folgen haben.

Für den aufklärenden Arzt besteht eine relativ ausführliche und detaillierte Dokumentationspflicht (Untersuchungsmethode, Anlass, indizierende Vorbefunde, geburtsmedizinische Anamnese, spezieller Familienhintergrund (z. B. Handicaps, ethnischer Hintergrund, Verwandtenehe), Wunsch nach genetischer oder psycho-sozialer Beratung, Beratungsbedarf durch Betroffene oder Selbsthilfegruppen usw.).