beziehen sich sowohl auf die Gebärende als auch auf das Kind.

Typische mütterliche Verletzungen sind Weichgewebsrisse im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervixriss) sowie Scheiden-Damm-Risse (Labienriss, Scheidenriss, Dammriss); selten (1-5/ 1000 Geburten) treten nachgeburtlich Nervenverletzungen (durch Trauma des Beckenbodens) oder auch Fistelungen zwischen Darm und Scheide nach höhergradigen Dammverletzungen (DR III und IV) oder bei Schwangeren mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn) auf. Nicht selten besteht eine meist vorübergehende Sensibilitätsstörung im Bereich der Sectio-Narbe.

Typisch kindliche Verletzungen sind Geburtsgeschwulst (Caput succedaneum), Kephalhämatom, Brüche im Bereich der Schlüsselbeine (Klavikulafraktur) und Nervenläsionen im Bereich der Armgeflechte (Plexus) auch Plexusparesen genannt (obere und untere Plexusparese). Selten kann es zu Knochenbrüchen im Bereich des Kopfes oder des Gesichtsschädels (meist nach Zangenentbindung/ Forzeps) oder auch zu einer Nervenverletzung des 7. Hirnnervs kommen (sog. Fazialis-Lähmung).

Der Begriff Geburtstrauma wird auch häufig im Zusammenhang mit einem traumatischen/ traumatisierenden Geburtsverlauf für die Gebärende verwendet. Es gibt zahlreiche Berichte von Frauen, die Geburt oder den Zeitraum vor oder nach der Geburt als traumatisch erlebt haben. Die Gründe sind zahlreich und extrem heterogen. In der Geburtsklinik, im Prinzip im Kreißsaal und der Wochenstationen entstehen viele Kontakte/ Schnittstellen zwischen der Schwangeren und den dort tätigen Personen; nicht selten spielen Auslösefaktoren wie persönliche oder auf Personen bezogene Erlebnisse eine wesentliche Rolle. Die Schwangere, die Gebärende oder die Wöchnerin steht in einer sehr intimen/ emotionalen Situation in Kontakt mit z. T. ständig wechselnden Geburtshelfern, Hebammen, Pflegepersonen, Kinderärzten, Anästhesisten, Anästhesiepflegepersonal und Begleitpersonen. Unter Umständen ergeben sich bei nicht erwarteten, schwierigen Situationen oder Komplikationen emotional schwere Beeinträchtigungen, die nicht selten zu Vorwurfshaltungen oder gar juristischen Auseinandersetzungen führen.
Manche Frauen vermeiden infolge massiver Traumatisierung sogar wieder schwanger zu werden! Zumindest werden beteiligte Ärzte, Hebammen oder insgesamt die Entbindungsklinik nicht mehr aufgesucht.
Derartige Traumatisierungen müssen psycho-somatisch/ psychotherapeutisch aufgearbeitet und behandelt werden!