wird auch als Wachstumsverzögerung oder IUGR (engl. intrauterine growth restriction/ retardation) bezeichnet. Das Wachstum des Fetus liegt bezogen auf die am jeweiligen Schwangerschaftsalter orientierten Normalwerte unterhalb der sog. 10. Perzentile. Der Fetus ist damit nicht nur klein sondern zu klein. Medizinisch spricht man bei einem kleinen Fetus, der klein aber „fein" und damit nicht zu klein gemessen wird, von einem SGA-Fetus (small for gestational age).

Eine fetale Wachstumsretardierung oder der Verdacht auf eine solche Situation gibt zunächst Anlass zur Überrechnung des Geburtstermins anhand der letzten Periode und der Scheitel-Steiß-Länge (SSL). Ergeben sich rechnerisch Differenzen von 1 Woche und mehr muss zunächst der Entbindungstermin (VET) korrigiert werden.

Liegt keine Fehldatierung des Gestationsalters vor, besteht in diesem Zusammenhang der Verdacht auf Plazentainsuffizienz. Durch Überprüfung der mütterlichen und kindlichen Blutflüsse über die Dopplersonographie kann die Situation und das Ausmaß der plazentaren Durchblutungsbeeinträchtigung gut eingeschätzt werden. Ergeben sich bei weiteren Wachstumskontrollen Hinweise auf eine zunehmende Wachstumsverlangsamung bzw. einen Wachstumsstillstand oder eine deutliche Kreislaufzentralisation beim Fetus sollte die Schwangerschaftsbeendigung durch primäre Sectio ggf. nach Lungenreife-Prophylaxe (RDS-Prophylaxe vor 34 kpl. SSW) erfolgen.

Andere Ursachen für eine fetale Wachstumsverzögerung sind intrauterine Infektionen oder auch syndromale Erkrankungen.