Oxytocin ist ein Wehenhormon, ein aus 9 Aminosäuren zusammengesetztes Polypeptid, ein Neuropeptid. Es fungiert sowohl als Hormon als auch als Neurotransmitter. Gebildet wird es im Gehirn (Hypothalamus nahe der Hypophyse). Nach Speicherung im Hypophysenhinterlappen wird es bei Bedarf abgegeben und entfaltet seine Wirkung am Oxytocinrezeptor der Zielzellen, z. B. an der glatten Muskulatur der Gebärmutter und löst dadurch Wehen aus. Der Name (griech.) bedeutet „leichte, rasche Geburt". Oxytocin wird deshalb effektiv zur Auslösung bzw. Unterstützung von Wehen z. B. zur Geburtseinleitung oder auch bei Wehenschwäche unter der Geburt und zur Tonisierung der Gebärmutter nach Entbindung verwendet.

Oxytocin wird in der Anthropologie als Liebeshormon bezeichnet, weil es die Zuwendung der Mutter zum Kind und die Milchbildung fördert. Durch jede angenehme Berührung, den kindlichen Saugreiz, Wärme oder Massieren wird Oxytocin ausgeschüttet.

Oxytocin beeinflusst positiv die Wehentätigkeit, die Rückbildung der Gebärmutter, den Milchfluss beim Stillen (Laktation), senkt den Blutdruck und den Kortisolspiegel, hat sedierende Wirkung und verbessert die Wundheilung. Daneben wird das Verhalten positiv geprägt, vor allem im Hinblick auf den Partner und das Neugeborene. Möglicherweise reguliert Oxytocin das Wachstum von Tumorzellen.