vgl. Gebärmutter; früher auch als Fruchthalter bezeichnet. Der Uterus ist ein im Inneren von Schleimhaut (Endometrium) ausgekleideter Muskel, der durch sog. Mutterbänder in seiner Position im kleinen Becken fest verankert ist, dennoch sehr mobil bleibt. Der Uterus liegt hinter der Harnblase und zwischen den seitlich an der Beckenwand fixierten Eierstöcken. Ebenso seitlich wie nach hinten ist der Uterus von Teilen des Dickdarms umgeben. In regelmäßigen zeitlichen Abständen zwischen 28 und 35 Tagen findet im Normalfall eine (monatliche) hormonell bedingte Blutung statt (Menstruation).

Der Uterus produziert selbst keine Hormone, er ist per definitionem ein sog. Erfolgsorgan, d.h. durch Hormonrezeptoren in der Schleimhaut und Muskulatur reagiert der Uterus lediglich auf hormonelle Veränderungen. Über den Gebärmutterhals besteht die Verbindung zur Scheide (Menstruationsblutung/ Geburtsvorgang). Über die Eileiter bestehen Verbindungen zum Bauchraum (Eizellaufnahme/ u.U. aufsteigende Infektionen aus der Scheide bis in das kleine Becken/ Bauchfell).

Die regelhafte Einnistung und die weitere Entwicklung eines Kindes finden in der Gebärmutterhöhle statt. Außerhalb der Schwangerschaft besitzt der Uterus keine eigentliche Gebärmutterhöhle (Cavum uteri), lediglich ein schmaler Spalt wird von den Schleimhautschichten umgeben. Durch die Schwangerschaft erfährt er massive Veränderungen hinsichtlich Durchblutung, Größe und Gewicht sowie Konsistenz. Die Umbauprozesse sind phänomenal! Das Gebärmuttergewicht steigt bis zur Geburt um den Faktor 100 (knapp 1 kg), das Volumen um den Faktor 1000! Entsprechende Durchblutungsveränderungen und muskuläre Umbauprozesse ermöglichen auch während der Schwangerschaft relativ lange Zeit konstante intrauterine Druckverhältnisse von unter 10 mm Hg. Sonst würde es schon zu einem sehr frühen Schwangerschaftsalter zum Ausstoßen des Kindes kommen. Durch immunologische/ hormonelle Prozesse wird das Kind von einer Art Schutzwall umgeben, damit der „Fremdkörper Kind" nicht erkannt und somit nicht abgestoßen wird. Erst zum Zeitpunkt der Geburt führen wahrscheinlich unter anderem auch immunologische Prozesse zum Einsetzen von Wehen, das Kind wird „abgestoßen".

Die Rückbildungsprozesse nach der Geburt verlaufen ebenso dramatisch wie unglaublich schnell. Innerhalb kürzester Zeit kommt es neben der Blutstillung (Druck, Gerinnungsfaktoren, Stillvorgang, Nachwehen) zur einer raschen Rückbildung mit Verschluss des Gebärmutterhalses (Infektionsbarriere) und der Verkleinerung/ Abnahme des Volumens der Gebärmutter. Eine verzögerte oder nicht regelrechte Rückbildung bezeichnet man als Subinvolutio uteri. Die Prozesse sind normalerweise innerhalb 4-6 Wochen z.T. bereits früher abgeschlossen. Vgl. auch Wochenbett.