vgl. Episiotomie; eigentlich Scheiden-Dammschnitt; Einschneiden von Scheide und Damm zur Erweiterung der Durchtrittsstelle des vorangehenden kindlichen Teiles (Kopf/ Steiß). Der Schnitt erfolgt mittels steriler Schere mit definierter Schnittführung von der Mittellinie des hinteren Scheideneinganges entweder zur Seite (mediolaterale Episiotomie) oder weiter entlang der Mittellinie am Damm in Richtung des Schließmuskels (mediane Episiotomie).

Der Schnitt erfolgt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, wenn der vorangehende Kindsteil den Damm einschneidet und entsprechend dünn auswalzt; die Ausführung des Dammschnitts ist dann einfacher und vor allem für die Gebärende am wenigsten schmerzhaft. Gelegentlich kann vorher eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) erfolgen (nicht unumstritten!). Die These, dass Reißen natürlicher und deshalb grundsätzlich besser sei als Schneiden mag in vielen Fällen zutreffen, bei der Entscheidung sollte der Geburtssituation entsprechend dennoch grundsätzlich in beide Richtungen überlegt werden. Tatsächlich ist die Rate der Dammschnitte aus o. g. Überlegung erfreulicherweise deutlich gesunken. Nachdem die Geburtsgewichte der Kinder in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, hat sich auch die Rate ausgedehnter und z. T. schwieriger zu versorgender Rissverletzungen sowie die Rate an vaginal-operativen Entbindungen erhöht. Die Anzahl höhergradiger Rissverletzungen ist in gleichem Maße angestiegen. Es bleibt offen, ob die Rissverletzungen durch einen Dammschnitt hätten vermieden werden können oder durch die Ausführung des Dammschnittes erst gebahnt werden. In jedem Fall ist der Dammschutz durch die geburtsbegleitende Hebamme von immenser Bedeutung.
Heute ist es üblich, die Schwangere im Vorfeld über die Möglichkeit des Dammschnittes zu informieren. Die Gebärende sollte die Möglichkeit haben, eine Episiotomie im Allgemeinen abzulehnen, sich aber für den speziellen Fall (der Fälle) nicht kategorisch einem Dammschnitt zu verschließen.