die Reife der fetalen Lungen besteht physiologisch nach 34. kpl. SSW. Kommt es vorher zur Geburt kann dies zur Ausbildung eines sog. IRDS (infant respiratory distress syndrome) des Neugeborenen/ Frühgeborenen führen, wodurch eine mehr oder weniger ausgeprägte Lungenfunktionsstörung resultiert.
Die Lunge bzw. deren Funktionsreife ist ein entscheidender Faktor hinsichtlich der Physiologie/ Entwicklung weiterer Organsysteme wie Gehirn, Leber, Nieren, Magen-Darm-Trakt sowie Knochenmark und Immunsystem.

Davon abhängig ist in entscheidendem Ausmaß die neuro-muskuläre, zirkulatorische, metabolische sowie kognitive und soziale Entwicklung des Kindes.
Um bei einer drohenden Frühgeburt vor 34 kpl. SSW ein solches Szenario zu minimieren oder zu verhindern, sollte (eigtl. muss!) eine sog. RDS- bzw. Lungenreife-Prophylaxe durchgeführt werden. Diese erfolgt durch zweimalige intramuskuläre Injektion mit Plazenta-gängigen Kortikoiden (z. B. Dexa-, Betamethason) innerhalb von 12 Stunden (schnelle RDS) oder besser innerhalb 24 Stunden. Bei Muttermunds-wirksamer Wehentätigkeit sollte begleitend zur Durchführung der RDS-Prophylaxe eine intravenöse Wehenhemmung (Tokolyse) erfolgen, um deren Erfolg sicher zu stellen!