vgl. Nabelschnurpunktion; zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken kann ab etwa 19 SSW eine Punktion der Nabelschnurvene erfolgen; hierzu wird ähnlich wie bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) unter sterilen Bedingungen über die Bauchdecke der Mutter sonographisch kontrolliert mit einer speziellen Kanüle (z. B. Spinalnadel) die Nabelschnurvene punktiert.

Nun kann Fetalblut zur weiteren Untersuchung (Chromosomenuntersuchung, Molekulargenetik, Bestimmung des fetalen Hämoglobinspiegels oder der Blutgruppe sowie des Rhesusfaktors, Antikörperbestimmung, Infektionserkrankungen) entnommen oder zur Durchführung einer intrauterinen Bluttransfusion (speziell aufbereitetes Blut der Gruppe 0 Rhesus negativ, Cytomegalie-frei) zugeführt werden.
Ab 28. SSW unbedingt CTG-Überwachung des Feten und sog. Sectio-Bereitschaft, da infolge der Punktion eine fetale Notsituation auftreten kann, die unter Umständen durch Not-Kaiserschnitt behandelt werden muss. Bei Bestehen eines Frühgeburtsrisikos sollte ab 24 kpl. SSW im Vorfeld unbedingt eine Lungenreife-Induktion (sog. RDS-Prophylaxe mit plazentagängigen Kortikoiden erfolgen.