gehört zu den humanen Herpes-Viren (beta-Herpes-Viren, Typ 5, HHV 5). Das Virusgenom kann im menschlichen Körper z. T. lebenslang verweilen und neigt bei Immunschwäche zu Reaktivierung. Das bedeutet es kommt meist nicht zu einer erneuten Infektion, sondern zu einer endogenen Reaktivierung, weshalb Infektionen mit Herpes-Viren unter bestimmten Umständen (Schwangerschaft) wieder aufflammen können (typ. beim Lippen-Herpes).

Zytomegalie ist die häufigste Ursache angeborener Virusinfektionen! Die Schädigung des fetalen bzw. kindlichen Gehirns kann beträchtlich sein. In Deutschland sind knapp 1 % der Neugeborenen Cytomegalie-positiv. Dabei verläuft die Infektion bei der Schwangeren meist symptomlos und damit unbemerkt. Der Virusnachweis aus mütterlichem Blut ist auch im Antikörpertest nicht immer sicher zu führen (abgelaufene/ ältere Infektion, frische Infektion, Immunschutz?). Über die Plazenta werden etwa 40% der Feten überwiegend im 2. Trimester infiziert!
In Mitteleuropa sind etwa 50 – 60% der Schwangeren gegen Zytomegalie immun! In Asien oder Afrika sind es gut 80%!
Nachdem es keine Impfung oder sonstige Prävention gibt, ist die außerhalb einer Schwangerschaft erworbene Immunität (stille Feiung) nach einer in aller Regel harmlosen Infektion am günstigsten. Eine erneute Infektion mit CMV ist dann praktisch nicht möglich!
Besteht der Verdacht auf eine mütterliche bzw. fetale Infektion erfolgt zunächst die Feststellung des mütterlichen Immunstatus (CMV-Antikörper IgG/ IgM). Der Immunstatus des Ungeborenen ist dann zu überprüfen, wenn sich eine akute bzw. frische Infektion der Schwangeren bestätigt hat oder sich fetale Krankheitszeichen wie Wasseransammlungen in Körperhöhlen wie Lunge, Bauchraum, Herzbeutel, Haut, Gehirn, Plazenta, eine Wachstumsretardierung, verringertes Kopfwachstum (Microzephalie) oder Wachstumsretardierung bei der Ultraschalldiagnostik zeigen. Die fetalen Symptome sind Ausdruck der transplazentaren Übertragung (Virämie); bei einer bis zu 12-wöchigen Inkubationszeit können diese auch erst deutlich zeitlich verzögert auftreten (sofern die Infektion symptomatisch ist)!

Die fetale Immunität kann nur über eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) oder Nabelschnurpunktion (Cordozentese) überprüft werden!
Die therapeutischen Maßnahmen sind begrenzt. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Therapie mit Aciclovir bzw. Gancilovir bzw. Foscarnet (Virustherapeutika, die auch in der Schwangerschaft anwendbar sind). Bislang fehlen allerdings Studien, die den therapeutischen Nutzen zweifelsfrei bestätigen. Der Einsatz von Immunglobulinen ist hinsichtlich seiner Effektivität bei erkrankten Neugeborenen und immungeschwächten Patientinnen gesichert.
Bei sehr früher Infektion vor 20 SSW oder massiver fetaler Kompromittierung ist auch ein Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren.
Auf das Stillen sollte bei CMV-Positivität der Mutter verzichtet werden.