sind Bakterien, die sich streng intrazellulär vermehren. Etwa 5% aller Frauen im gebärfähigen Alter weisen Chlamydieninfektionen auf. Die Bedeutung der sexuell übertragbaren Keime liegt in der bevorzugten Infektion des uro-genitalen Systems bei Mann und Frau, die Schwierigkeit des Nachweises und deren geburtsmedizinische Relevanz. Zudem sind Chlamydien nicht selten Ursache weiblicher oder männlicher Sterilität.

Werden Chlamydien nachgewiesen, erfolgt eine intensive antibiotische Therapie, die auch immer den Sexualpartner mit einbezieht (sog. Partnerbehandlung)! Der bevorzugte Übertragungsweg ist Geschlechtsverkehr (sexuell übertragbare Erkrankung/ STD).

Die Infektionen werden oft nicht frühzeitig erfasst, weil klinische Symptome entweder fehlen oder sehr allgemein wegen Bagatellbeschwerden mit Ziehen oder Schmerzen im Unterbauch, Regelbeschwerden, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr lange verkannt werden. Oft ist der Fluor vaginalis vermehrt, die Infektion erfolgt meist nicht in der Scheide sondern im Bereich des Gebärmutterhalses bzw. der Harnröhre (Blasenentzündung).

Geburtsmedizinisch bedeutsam ist die aufsteigende Infektion in die Gebärmutter und daraus resultierende Auslösung von Wehentätigkeit und damit der Anstieg des Frühgeburtsrisikos; zudem sind bei einer mütterlichen Infektion etwa in 50% der Fälle auch die Neugeborenen infiziert (führt zu Augeninfektionen und Infektionen des Atemtraktes).

Zur Früherfassung gehört der im Rahmen der Schwangerenvorsorge etablierte Nachweis von Chlamydien aus dem mütterlichen Urin über eine PCR (Polymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion) bei allen Schwangeren bereits in der Frühschwangerschaft. Bei Verdacht auf eine Chlamydieninfektion zu einem späteren Zeitpunkt sollte ebenfalls getestet werden.
Abstrichbefunde sind schwierig zu interpretieren bzw. in der Durchführung nicht immer zielführend. Antikörpertests aus dem Blut sind oft jahrelang bereits positiv, weshalb die Unterscheidung in alte und neue Infektion oft schwierig ist.
Ist der Nachweis geführt, erfolgt unbedingt eine spezifische, intensive Antibiose (auch in der Schwangerschaft gut möglich!) entweder lokal (Vaginalgel) oder systemisch (Tabletten/ intravenöse Gabe) meist über einen längeren Zeitraum von 10-14 Tagen.
Außerhalb der Schwangerschaft oder zur Therapie des Sexualpartners werden ebenfalls über 14 Tage Tetrazykline (Doxycyclin) appliziert.
Die einzige wirksame Prophylaxe ist der Verzicht auf wechselnde Partnerschaften bzw. die Verwendung von Kondomen!