auch Zerklage; Verschluss des Gebärmutterhalses zur Therapie einer Zervixinsuffizienz. Ziel ist das Herstellen eines ausreichenden, suffizienten Gebärmutterhalsverschlusses und damit das Minimieren des Frühgeburtsrisikos bzw. des Spätabortgeschehens.
Nachdem die Datenlage sehr unbefriedigend ist, wird die Indikation zur Zerklage eher selten gestellt. Gründe zu deren Durchführung könnten sein: Z. n. Spätabort, Z. n. Konisation (Operation am Gebärmutterhals mit nachfolgender Verschlussschwäche), Mehrlingsschwangerschaft und ggf. Vorliegen einer Plazenta praevia. Der Eingriff kann ab 14+0 SSW durchgeführt werden.

Wichtig ist die parallele Therapie zusätzlicher Risiken wie vaginale Infektionen, die auch die Zervix bzw. das untere Uterinsegment erfassen und zu einer Zervixinsuffizienz, vorzeitigen Wehen oder vorzeitigem Blasensprung führen könnten und damit die Wirkung einer Cerclage wieder aufheben würden.
Vor dem operativen Vorgehen soll eine vaginalsonographische Messung der Zervix erfolgen. Ganz besonders wichtig ist eine sonographische Beurteilung der fetalen Organe (das Kind sollte keine Anomalien aufweisen!) und des allgemeinen Infektionsstatus.
Es wird eine antibiotische Prophylaxe im Zusammenhang mit dem Eingriff diskutiert! Vor/ nach dem Eingriff können zusätzlich Scheidenspülungen mit Hexitidin-Lösung zur Keimreduzierung nützlich sein.
Die üblichen Operationsmethoden werden nach McDonald bzw. Shirodkar in bestimmten Fällen auch als Notfall-Eingriff durchgeführt.
Eine alternative, nicht-operative Methode ist die Einlage eines sog. Arabin-Pessars (Schalenpessar). Auch hierfür gibt es keine abschließenden Daten, die belegen, dass diese Methode besser oder schlechter ist als die operative Vorgehensweise.
Bei unstillbarer Wehentätigkeit muss eine Zerklage geöffnet wie auch ein Arabin-Pessar unbedingt wieder entfernt!!

Eine weitere Möglichkeit bietet der Totale Muttermundsverschluss (TMV) nach Saling, der nach einem oder mehreren Spätaborten/ Frühgeburten indiziert ist. Auch als Kombination mit einer Cerclage möglich. Bei diesem operativen Verfahren, das seit vielen Jahren gut etabliert wird der Muttermund in Narkose erst „eröffnet" und dann wieder durch Spezial-Nähte verschlossen. Der Sinn dieses Vorgehens ist neben dem mechanischen Verschluss (Cerclage) eine ausreichende physiologische Keimbarriere zu schaffen (Muttermundsverschluss). Es sollten hierzu immer nur resorbierbare Fäden verwendet werden, um Restfadenmaterial im Bereich des Gebärmutterhalses auszuschließen. Erfolgt die Einlage eines Mersilene-Bandes (Cerclage) muss dieses vor Geburt eröffnet/ entfernt werden!