auch Baby-Blues oder sog. Heultage; Stimmungstief (dysphorische Phase) Stunden bis Tage nach der Geburt; meist um den 3. Tag nach Entbindung. Betrifft 60 bis 70% aller Wöchnerinnen.
Diese einfachste Situation affektiver Veränderungen nach der Geburt ist wahrscheinlich am ehesten bedingt durch die hormonellen postpartalen Hormonschwankungen (Abfall der Östrogene und Gestagene/ Anstieg des Prolaktins) sowie die Folgen der Strapazen von Schwangerschaft, Geburt und frühe Wochenbettphase/ Stillzeit.

Die Mütter fühlen sich meist erschöpft, deprimiert und sind nah am Wasser gebaut. Die Sorge um das Kind, die schlaflosen Nächte und ggf. die Unsicherheit gegenüber der neuen Zukunft mit eventuellen sozialen und finanziellen Veränderungen bedingen Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Tränen. Meist ein kurzer Zeitraum von etwa einer Woche, dann spielt sich alles wieder gut ein!
Der enge und zeitlich intensive Kontakt zum Neugeborenen (Rooming-In) kann helfen, manchmal ist es aber auch erforderlich, die allzu erschöpfte Mutter zu entlasten und das Kind kurzfristig auf der Wochenstation im Säuglingszimmer zu „parken". Natürlich nehmen auch soziales Umfeld bzw. Netzwerk sowie persönliche Erwartungen („Bild der perfekten Mutter") Einfluss.
Bei länger andauernden Phasen ggf. mit fehlendem Bezug zum Kind auch immer an eine Depression (Wochenbett-Depression) denken! Diese Situation ist ernst zu nehmen und bedarf im Gegensatz zu den meist vorübergehenden Baby-Blues einer medizinischen, ggf. medikamentösen Intervention durch einen Psychiater/ Psychosomatiker; mitunter ist eine stationäre Behandlung erforderlich!